Druckschrift 
Nachrichten über Leben und Schriften des Herrn Geheimraths Dr. Karl Ernst von Baer : veröffentlicht bei Gelegenheit seines fünfzigjährigen Doctor-Jubiläums am 29. August 1864 von der Ritterschaft Ehstland, mitgetheilt von ihm selbst / Karl Ernst von Baer
Entstehung
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1. Geburt.

Zur Welt bin ich gekommen am 17. Februar 1792 nach altem Styl. Ich that mir daher während meines Aufenthaltes in Deutschen Landen etwas darauf zu gute, dass ich das Recht hätte, meinen Geburtstag an den Schalttagen zu feiern und vom Schicksal erwarten dürfe, dass es mir eine fast vierfache Lebens- dauer gewähren müsse, wenn es mir auch nur eine mittlere Zahl von Geburtstags-Feiern bewilligen wollte. Wie aber alle Freude im Leben nicht vollständig zu seyn pflegt, so konnte ich mich doch nicht rühmen, nach dem Gregorianischen Kalender ein Schalttagskind zu seyn, obgleich das Jahr 1792 ein Schaltjahr war. Wenig Gewicht lege ich darauf, dass nach dem 23. Februar der eigentliche Schalttag eingeschoben ist, im praktischen Leben gilt doch der 29. dafür, da er nur von vier zu vier Jahren einmal erscheint. Allein der Unterschied zwischen dem Julianischen und Gregorianischen Kalender betrug im 18. Jahrhunderte ja nur elf Tage, und so war denn der 17. Februar des Julianischen Kalenders im vorigen Jahrhundert keinesweges der 29. Februar

des Gregorianischen, sondern der 28

ZO.

Der Ort meiner Geburt ist das Landgut Piep im Jerwenschen Kreise des Gouvernements Esthland.

Mein Vater, der spätere Ritterschaftshauptmann und Land- rath Magnus von Baer, war Besitzer dieses Landgutes. Meine Mutter, Julie, war nicht nur von derselben Familie, sondern die leibliche Cousine meines Vaters, da beide die Kinder zweier Brüder waren. Diese Ehe war mit zehn Kindern gesegnet.

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