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Ausführliche Abhandlung von denen Bauergütern in Teutschland sowohl überhaupt als auch drey und fünfzig unterschiedene Arten derselben insonderheit alles aus ächten Teutschen Alterthümern und Urkunden, auch neuen Landesordnungen und Leyhbriefen erläutert und bestärket. / Friedrich Carl von Buri, weiland hochfürstl. Hessen-Darmstädtischen wirklichen geheimen Raths ; mit einer Vorrede von D. Franz Just. Kortholt und D. Justus Friedrich Runde
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48) o(Soer⸗

Ob ich nun gleich in der Hauptſache einig bin, daß die Vermu⸗ thung wider die Bauern als Knechte, die ihrem Herrn zu dienen verpflich⸗ tet ſind, muͤſſe gemacht werden; ſo kann doch darinnen dieſen angefuͤhr⸗ ten Saͤtzen nicht beypflichten, daß die beſtimmten Dienſte etwas neuerli⸗ ches ſeyn, und in denen ſpaͤtern Zeiten entweder durch die Freylaſſungen, oder durch Vertraͤge und dergleichen erſtlich eingefuͤhret ſeyn ſollen. Viel⸗ mehr lehren die Urkunden und andere Nachrichten, daß unter denen Fraͤn⸗ kiſchen Konigen bereits bey ſehr vielen, wo nicht bey denen mehreſten Bauerguͤtern die Dienſte ihrer Zeit und Art nach beſtimmet, und die Bauern oder Knechte zu einem mehrem nicht gehalten geweſen. So iſt 3. E. in dem erſt angefuhrten Pohyptico Toſſatenſi ap. Halux. I. c. die Art, Zeit und Vielheit der Dienſte, wozu ein jeder Einhaber, der zu dem Kloſter gehoͤrigen Guͤter gehalten geweſen, ſehr genau, und mit vieler Sorgfalt beſchrieben und unterſchieden, welches eine unnoͤthige Arbeit geweſen waͤre, wenn ſie nach Belieben des Kloſters haͤtten dienen muͤſſen. Denn um nur einige Proben anzufuͤhren, ſo lieſet man daſelbſt: Iu tertia eb- domada faciunt corbadam— Arant ad hivernaticum ad tramiſium in unaquaque ebdomada perticas III. à tertia ebdomada inter tres man- ſos jornalem IJ. fodiunt in vinea aripennum I.— Debet unusquisque

manſus ſervilis per totas ebdomadas dies V.& unam napaticam in vinea, de qua recipit tertiam partem— Debet corbadas III. unam- quamque de duobus bovibus— Ducit de frumento ad monaſterium Tod. X.&c. Ja wenn etwa bey einem oder dem andern die Dienſte

nicht voͤllig beſtimmt geweſen, ſo wird ſolches insbeſondere angefuͤh⸗

ret. z. E. Debet(manſus ſervilis) manſionem& curtem cuſtodire&

ſtabulum curars,& facere Luicd uid opur ſr. Ferner in dem L. Alemann c. 22. heiſſet es: Servi dimidium ſibi& dimidium in dominico arati- vum reddant. Et ſi ſuper hæc eſt, ſicut ſervi eccleſiaſtici, ita faciant tres dies ſibi& tres in dominico. Ein gleiches iſt auch in dem L. Bajuuarior. Tit. I. u. XII.. c. 6. verordnet. Servus autem Eecleſiæ ſecundum poſſeſ- ſionem ſuam reddat tributa. Opera vero tres dies in hebdomata in do- minico operetur, tres vero ſibi faciat. Si vero dominus ejus dederit ei boves aut alias res, quas habet, tantum ſerviat, quantunn ei per poſſibi- liratem impoſitum fuerit, tamen juſte neminem opprimat. Wobey ſel ſt die Ausnahme, welche man ſonſten, um das unumſchraͤnkte Recht des Herrn zu beweiſen, anfuͤhret/ zeiget, daß nicht alle Knechte auf gleiche Art gehundet

orden.

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