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Ausführliche Abhandlung von denen Bauergütern in Teutschland sowohl überhaupt als auch drey und fünfzig unterschiedene Arten derselben insonderheit alles aus ächten Teutschen Alterthümern und Urkunden, auch neuen Landesordnungen und Leyhbriefen erläutert und bestärket. / Friedrich Carl von Buri, weiland hochfürstl. Hessen-Darmstädtischen wirklichen geheimen Raths ; mit einer Vorrede von D. Franz Just. Kortholt und D. Justus Friedrich Runde
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MWas nun die Perſonen anbetrift, denen man die Guͤter eingegeben, und deren unterſchiedene Beſchaffenheit mit zu der Mannichfaltigkeit der⸗ ſelben Anlaß gegeben; ſo hat es zwar ſeine Richtigkeit, daß es insgemein, nicht allein in denen aͤlteſten, ſondern auch nachfolgenden Zeiten, bey denen Teutſchen die Knechte geweſen, welche den Ackerbau beſorget, wie ſolches unter andern die unzaͤhlichen Urkunden von veraͤuſſerten Guͤtern bey Dou- blet, MabillonSchaten, Schannat, Goldaſt&c.&c. Da immer die bey denen Guͤtern befindlichen Knechte und Maͤgde zugleich mit verkauft oder verſchenkt, und wie ein anderes Zugehoͤr eines Landes gerechnet worden fattſam bezeugen. Denn z. E. in Chron. Fontanell. ap. d Acher) Spicil. T. II. b. 270. Edit. nov. ſtehet: Largitus eſt manſum in Magaciaco villa eum vineis& mancipiis. In dem Stiftungsbrief Graf Molfoaldi de 4. 7⁰9. bey Calmet Preuves de Hiſtoire de Lorraine Tbnu. I. p. 26 ¾. heiſſet es faſt bey allen Schenkungen: cum caſis, domibus, ædificiis, mauciiis, maniis, campis, pratis, vineis, filvis&c. Und in einer andern Schen⸗ kung de A. 884. 2p. Eund. I. c. p. 319. nachdem alle Pertinentien der ge⸗ ſchenkten manſorum durch eine der vorigen aͤhnlichen Formul angedeutet worden, wird zuletzt hinzugefuͤget: Servientes vero ad easdem res perti- nentes, his nominibus, Stephanus Albo&c. Dieſerwegen wenn ſie allen⸗ fals nicht bey dem Gute bleiben ſollten, mußten ſie bey deſſen Verſe chenkung ausdruͤcklich ausgenommen werden, wie z. E. ad p. 723. In der Stifrung der Abtey Prum von K. Pipino de 4. 763. ap. Eund. p. 277. Cum appen- diciis, vel omni integritate ſua, præter aliqua mancipia his nominibus Widramno&c. Hæc igitur mancipia ad noſtrum opus retinuimus,

in reliquo vero ipſam villam cum omm inregritate ſua ad ipſum ſanctum

locum tradimus atque transfundimus. Allein auch denen Knechten ſelbſt wurden zuweilen die Guͤter mit beſondern Vorrechten von ihren Herrn

eingegeben, wie ſolches die merkwuͤrdige Formul Marculfi ap. Palux.

Tom. II. p. 42 5. n. 36. beſtaͤrket. Die Ueberſchrift lautet alſo: Si aliquis ſer- vo vel gafindo ſuo aliquid concedere volverit. Die Formul ſelbſt iſt dieſe: Ju⸗ ſtiſſimis noſtris ſublevantur muneribus, qut nobis fideliter& inſtanter

famulantur officio. Ego in Deo nomine ille fideli noſtro illo. Pro reſpe.- Au fidei& ſervitii tui, quam circa nos im pendere non deſiſtis, promptiſ- fima voluntate cedimus tibi à die preſente locello nuncupante illo, aut manſo illo infra termino villa noſtra illa, cum omni ad jacentia ad ipſo locel-

Waut manſello aſpiciente, terris, domibus, mancipiis, vineis, pratella, ſil- vola,