Von He lenger he lieber. Cap. CCCXLI.
C harigen aͤſtlin/ die ſeind erſtlich gegen der wurtzel mit bꝛeytern vnd zerkerfften blettern bekleydet/ darnach mit kleinern/ die ſeind harig/ vñ iſt ein yedes in dꝛey teyl oder ſpitz geteylt. Seine bluͤmlin ſeind ſchoͤn geel/ vnd ſo dieſelbigen außfal len/ bꝛingt es in den heüßlin kleinen runden ſamen. Die wurtzel iſt holtzecht/ vñ geel. Das gantz gewechß reucht wie Kindañ. Statt irer wachſung.
Das erſt geſchlecht hab ich noch nit in vnſern landen ſehen wachſen. Aber das dꝛitt/ welches ſonſt auch an vil oꝛten wechßt/ hab ich vmb Rotenburg am NRecker mit hauffen gefunden. Wechßt aber gern an bergigen ſteinigen oꝛten.
Zeit.
Die xe lenger ye lieber blüen fürnemlich im Hewmonat vnd Augſtmonat.
Die natur vnd complexion.
Diſe kreüter ſeind warm im andern grad/ vnd trucken im dꝛitten.
kerafft vnd würckung.
Die bletter der xe lenger ye lieber ſiben tag an einander in wein getruncken/ heylen die geelſucht. Viertzig tag aber in Meth getruncken/ heylen ſie das hüfft⸗ wee. Sie ſeind auch ſonderlich gůt den leberſüchtigen/ der harnwinden/ vnnd andern gebꝛeſten der nieren. Sie treiben den harn/ vnd bꝛingen den frawen jre kranckheyt/ diſer geſtalt gebꝛaucht. Das kraut gruͤn zerſtoſſen/ heylt die groſ⸗ ſen wunden/ vnd faule ſchaͤden. Mit hoͤnig vermiſcht vnd übergelegt/ heylet es die vmb ſich freſſende ſchaͤden. Grůn zerſtoſſen vnd übergeſchlagen/ lindert es die herte der bꝛüſt. Gepuluert vnnd mit Feygen vermiſcht jngenom̃en/ lindern ſie den bauch. Aber mit hoͤnig vermiſcht vñ in die weiblichen ſcham gethan/ rey niget es die müͤtter. Gꝛuͤn zerſtoſſen vnnd übergelegt/ bekompt es wol denen ſo von den natern gebiſſen ſeind. Mit dem ſafft der bletter den leib beſtrichen/ bꝛingt den ſchweyß. Das kraut geſotten vnnd getruncken/ treibt auß das er⸗ ſtockt blut. Mit eſſig geſotten vnd getruncken/ treibt es auß die todte frucht.
Von Pſilienkraut. ew. coοαn.
Namen. S ilienkraut würdt alſo genent von dem Gꝛiechiſchen namen/ dann in derſelbigen ſpꝛaach iſt es Pſyllion geheyſſen. Zů Latein Herba pulicaris/ das iſt/ Floͤhkraut/ darumb das ſein ſam den floͤhen gantz aͤnlich iſt. Der Gꝛiechiſch nam iſt in den Apotecken bliben/ dann in denſelbigen würdt es Pſyllium genent auff den heütigen tag.
Pſilienkraut hatt bletter dem kraut Kraͤenfuͤß geheyſſen gleich/ harig/ aber lenger/ vnnd on ʒincken. Das gantz kraut wañ es erſtlich herfür kompt iſt dem graß gleich. Sein ſtengel iſt rund/ harig/ einer elen lang. Auff demſelbigen ge⸗ wint es geaͤherte langlechte koͤpfflin/ die blüen geel/ wañ ſie zeitig werden findt man dariñ den kleinen ſamen/ den floͤhen gantz vnd gar aͤnlich. Die wurtzeliſt ſchlecht/ weiß/ mit vilen zaſeln oder neben würtzelin.
3 Statt ſeiner wachſung.
Pſilienkraut wechßt nit von jhm ſelbs in vnnſern Teütſchen landen/ ſo 3
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