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NEw Kreüterbuch in welchem nit allein die gantz histori das ist namen gestalt statt vnd zeit der wachsung natur krafft vnd würckung des meysten theyls der Kreüter so in Teütschen vnnd andern Landen wachsen mit dem besten vleiß beschriben sonder auch aller derselben wurtzel stengel bletter blumen samen frücht vnd in summa die gantze gestalt allso artlich vnd kunstlich abgebildet vnd contrafayt ist ... / Durch den hochgelerten Leonhart Fuchsen ...
Entstehung
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Von Eberwurtz. Cap. CCCXXXIX.

C Geſtalt.

Eberwurtz die weiß hat bletter die ſeind des Strobildoꝛns blettern gleich/ aber ſcherpffer vnd ſpitziger/ die ligen auff dem grund. Hatt keinen ſtengel/ ſon⸗ der allein das/ darauff die ſtachelechte blůmen koͤpff ſteen/ iſt nit fingers lang. Diſe koͤpff aber blüen purpur oder roſin rot/ vnd werden darnach grawem har/ darinn der ſam verboꝛgen ligt/ der iſt dem wilden garten Saffran ſamen gleich. Die wurtzel iſt lang/ dick/ inwendig weiß/ eins ſtarcken geruchs/ vnnd ſuͤß. Die ſchwartz Eberwurtz iſt mit den blettern der weiſſen gleich/ ſeind doch etwas rotfarber. Sein ſtengel iſt fingers dick/ rotlecht/ anderhalb ſpan⸗ nen lang/ darauff erſcheinen die ſtachelechte bleychfarbe blůmen/ wie an dem voꝛigen. Die wurtzel iſt auch lang/ ſchwartz/ dick/ im hertzen gemeinlich auffge riſſen oder ʒerſpallten/ vnnd zernagt: iſt inwendig geel/ vnnd ettwas raͤß auff der zungen. b

d Statt irer wachſung. Die weiß Eberwurtz wechßt gern auff den rauhen bergen/ in ſtarckem weiſ⸗ 95 grund. Die ſchwartz Eberwurtz wechßt in waͤlden/ vnd auff den rau⸗ hen hohen bergen. Seit.

Die Eberwurtzen blüen im Hewmonat vnnd Augſtmonat am volkome⸗ lichſten.

Die natur vnd complexion. Die wurtzeln beyder Eberwurtzen ſeind trucken im dꝛitten/ aber die weiß iſt warm im andern/ die ſchwartz im dꝛitten grad. Krafft vnd wirckung.

E Die wurtzel der weiſſen Eberwurtz gepuluert/ vnd ein quintlin ſchwer mit wein jngenom̃en/ treibt auß die bꝛeyten würm/ macht klein die waſſer ſüchtigen vnd treibt den harn krefftiglich. Sie iſt auch diſer geſtalt nützlich wider aller⸗ ley gifft/ ſonderlich aber wider die Peſtilentz. Diſe wurtzel in eſſig geſotten/ ſich darmit gewaͤſchen/ vertreibt die rauden/ grind vnd flechten. Im mund ge⸗ halten/ lindert ſie den ſchmertzen der zaͤn. Die wurtzel der ſchwartzen Eber⸗ wurtz hatt ettwas toͤdtlichs an jhꝛ/ wie Galenus ſchꝛeibt/ darumb ſie nit in den leib ſol gebꝛaucht werden. Eüſſerlich aber ſol jr bꝛauch ſein den rauden/ ʒit⸗ termaͤlern/ flechten/ vnd zu allerley dergleichen gebꝛeſten die reynigens bedoͤꝛf⸗ fen. Sie würdt auch den artzneyen gebꝛaucht darmit man pflegt etzen. Wañ mans zerſtoßt vnd überlegt/ heylt es die ſchaͤden ſo vmb ſich freſſen/ vnd

ſeer vngeſchlacht ſeind. welſch Diſtel. c. cocxt. coοοο Namen.

ćLCElſchen diſtel neñen wir diß gewechß/ darumb das frembd Ciiſt/ vnnd in vnſern landen von ſich ſelbs nit wechßt. Wie es 3Vbey den alten ſey geheyſſen woꝛden/ kan ich noch diſer zeit nit A wiſſen/ dañ es gewißlich nit Chamaæleon niger iſt wie ettlich & D meynen/ wir ſoͤlchs auch in vnſerm Lateiniſchen kreüter⸗ bůch gemellt haben. Iſt den Apoteckern auch vnbekant. A 4 Geſtalt.