Namen.
Vndelreb oder Gꝛundreb iſt bey den Gꝛiechen Chamxæciſſos ge⸗
I heyſſen/ zu Latein Hedera terreſtris/ vnnd Corona terræ. Daher
würdt diß gewechß von ettlichen Erdtkrentzlin/ vñ Erdtephew
genent/ dañ es mit ſeinen aͤſtlin oder reißlin ſich außbꝛeyt/ vñ das erdtrich kroͤnet vnd bedeckt. Geſtalt.
Gꝛundreb hat vil ʒarte viereckete/ vngeuaͤrlich ſpannen hohe ſtengelin/ wel che zů allen ſeiten mit runden Ephewblettlin beſetzt/ die ſeind ettwas rauch/ z ringß vmbher zerkerfft/ kleiner aber vnd zarter dann die Ephew bletter/ am ge⸗ ſchmack zur bitterkeyt geneygt/ riechen ſtarck. 3wüſchen den blettern gewindt es ſeine purpurfarbe violen/ die fallen ab on frucht/ vnd on ſamen. Die wurtzel iſt klein/ vnd hat keinen gebꝛauch in der artzney. Diß gewechß henckt ſich an den grund/ vnd kreucht hin vnd wider.
Statt ſeiner wachſung.
Die Gundelreb wechßt gemeinlich in den gaͤrten/ hinder den zeůnen/ vnnd gemewren allenthalben. Vberzeücht auch zů zeiten einen gantzen acker/ wie ich wol dieſelbigen geſehen hab.
Seit.
Gꝛundreb kompt bald im Mertzen herfür/ fahet an im Apꝛillen zů blüen/ vñ blüet fürhin den gantzen ſummer.
Die natur vnd complexion. Diß gewechß iſt warm vnd trucken/ welches ſein geſchmack/ der do bitter iſt/ gnůgſam anzeygt. C Krafft vnd würckung.
Gundelreben kraut in waſſer geſotten/ vnnd viertzig oder fünfftzig tag an einander getruncken/ bekompt wol denen ſo das hüfftwee haben. Deßgleichen ſechs oder ſiben tag nach einander getruncken/ vertreibt es die geelſucht.
Die blůmen fur ſich ſelbs eroͤffnen die verſtopffung der leber. Gemellt kraut in wein geſotten vñ getruncken/ treibt den harn/ bꝛingt den frawen jre zeit. Gun delreb iſt auch krefftig wider allerley gifft/ treibt daſſelbig durch den ſchweyß
auß. Daher kompts das die Roſßartzet diß kraut ſeer bꝛauchen zů den roſſen die das feyfel haben. Es heylt auch die mund⸗ feule/ vnnd andere grind/ vnnd verſerung
des leibs. Von Schmaltz⸗
Jon Gundelreb. LCap. COCXXXVII.


