Druckschrift 
NEw Kreüterbuch in welchem nit allein die gantz histori das ist namen gestalt statt vnd zeit der wachsung natur krafft vnd würckung des meysten theyls der Kreüter so in Teütschen vnnd andern Landen wachsen mit dem besten vleiß beschriben sonder auch aller derselben wurtzel stengel bletter blumen samen frücht vnd in summa die gantze gestalt allso artlich vnd kunstlich abgebildet vnd contrafayt ist ... / Durch den hochgelerten Leonhart Fuchsen ...
Entstehung
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Von Reigwartzenkraut.corenn.

Tuencan kraut/ würdt auch Pfaffenhoͤd Eigwartzen oder Feigblaternkraut/ wüͤr affenhoͤd⸗ d urierheraean eüin Schoͤlkraut/ Scherbockßkraut/ Biber⸗ hoͤdlin/ vnd Schwalbenkraut genent. Bey den Gꝛiechen würt es Chelidonion micron/ Latein Chelidonium minus geheyſ⸗ ſen. In den Apoerdſnnenimans Scrofulariam minoꝛem. Geſtalt.

Feigblaterkraut hatt keinen ſtengel/ ſonnder kreucht auff der erden. Seine blettlin ſeind runder/ kleiner/ zͤrter/ weycher feyßter weder die Ephewblet⸗ ter. Diſe wachſen auff kleinen dünnen bꝛaunlechten ſtilen/ mit ſampt den blů⸗ men/ welche tottergeel ſeind/ vnd faſt glitzend/ anzuͦſehen wie die ſchoͤnen ſtern lin. Die wurtzeln ſeind knoͤpffecht/ vnd ettlich auß jhnen werden langlecht wie Gerſten koͤꝛner/ gemeinlich dꝛey oder vier neben einander mit zaſeln/ darmit es ſich an den grund hefft.

Statt ſeiner wachſuug.

Feigwartzenkraut wechßt an den feüchten rheynen/ in ettlichen wiſen vnd gaͤrten die do feücht ſeind.

eit.

Diß kraut thůt ſich zeitlich herfür/ nemlichen im ende des Hoꝛnungs. Blüjet im Mertzen/ vnd fürnemlich vmb die zeit wañ die ſchwalben widerumb kom⸗ men. Nach dem Meyen verwelckt vnd verſchwindt es widerumb.

Die natur vnd complexion.

Diß kreütlin ſo in vnſern landen wechßt/ iſt etwas ſcharpff vnd hitzig/ doch nit ſo ſeer als Galenus anzeygt: dann ſo es verſucht würdt/ hatt es kein ſoͤlche ſcherpffe hinder jm als die alten ſchꝛeiben/ das villeicht des erdtrichs ſchuld iſt/ welchs ettwas kellter iſt dañ in andern landen. Vnnd zwar bey vns ſeind die Feigwartzen kreütlin ſo an dürꝛen ſtetten wachſen vil ſcherpffer/ dann ſo inn feüchten oꝛten gefunden werden/ wie wir ſoͤlches im Latein mit mehꝛ woꝛten

haben angezogen. 4 herafft vnd würckung.

Der ſafft auß der wurtzel mit hoͤnig vermiſcht vnd in die naſen gethon/ rey⸗ niget das haupt. Deßgleichen thůt auch das kraut mit der wurtzel in wein ge⸗ ſotten/ hoͤnig darunder vermiſcht/ vnd gegurgelt. Das kraut wurtzel gruͤn zerſtoſſen vnd übergelegt/ heylt vnd vertreibt die feigblatern/ vnd kroͤpff. Soͤl⸗ che krafft hat auch das puluer darauff geſaͤet.,

b Von Chamander. Cap. CCCXXXV.

Namen. A&K Hamander neñen wir hie das geſchlecht der kreüter/ welchs von ( 88 den Gꝛiechen Chamædrys/ vnnd zu Latein Trixago geheyſſen 8 8 würdt. Der Gꝛiechiſch name iſt in den Apotecken bliben. Sonſt 2G 4nennt mans auch Querculam minoꝛem/ vnd Serratulam. Vꝛ⸗ ſachen ſoͤlcher namen findt man in vnnſerm Xateiniſchen Kreü⸗

buch angezeygt. b erdüchangezeh Geſtalt.