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Von Lindenbaum. Cap. CCOXXXII.
D runtzel vñ flecken des angeſichts/ darmit gewaͤſchen. Der ſafft von der innern
rinden angeſtrichen/ legt nider die geſchwulſt. Die rind im mund gekewet vnd übergelegt/ heylet die wunden. Gedachter ſafft angeſtrichen/ macht das har wachſen/ vnd verhindert das es nit außfelt. Die bletter im mund gekewet/ hey⸗ len die mundfeule. Inn wein oder waſſer geſotten vnnd getruncken/ treiben ſie den harn/ vñ bꝛingen den frawen jre zeit. Sie ſeind auch diſer geſtalt gebꝛaucht
guͤt denen ſo die fallende ſucht haben/ vnnd treiben das grieß. Die wurtzel hatt gleiche krafft. Die bletter zerknütſcht vnnd auff die geſchwollne fuͤß gelegt/ trei⸗ ben die geſchwulſt hinweg. Man macht auß Linden bluͤſt ein Conſerua/ oder zucker/ der iſt gůt zů dem vergicht oder freiſchlin genent.
X oͤlkrau t. Cap. CCCXXXIII.
Namen. Choͤlkraut/ Schoͤlwurtz/ oder groß Schwalbenkraut/ würdt von den Gꝛiechen Chelidonion mega geheyſſen. Zůͦ Latein Che⸗ lidonium maius. In den Apotecken ſchlecht Chelidonia. Vꝛſa⸗ chen ſeins namens haben wir in vnnſerm Lateiniſchen kreüter⸗
buͤch angezeygt. Seſtalt.
Das Schoͤlkraut hatt einen zarten runden harigen ſtengel/ mit vilen neben aͤſten/ wie ein boͤumlin. Ein yedes zweiglin am rechten ſtengel iſt gleychet vnd knoͤpffecht. Die bletter ſeind dem Hanenfuß etwas gleich/ aber zaͤrter/ zerſchnit ten/ vonn farben ſchweitzergruͤn/ auff der andern ſeitten ſpongruͤn/ oder blaw gruͤnfarb. Die ſtengel vnnd aͤſtlin bꝛingen in der hoͤhe ſchoͤne ſaffrangeele blů⸗ men/ als die geele violen/ darauß werden zu letzſt lange ſchoͤttlin oder hoͤꝛnlin/ dariñ iſt geeler bleycher kleiner ſamen/ wie der Magſamen. Das kraut/ ſtengel/
B vnd blůͤmen ſo mans zerꝛeibt/ geben von ſich geelen ſafft/ am aller me ſten aber
tch yſten ab die wurtzel/ welche gantz goldtgeel iſt/ mit vilen neben zaſeln. Diſer ſafft iſt ſaf⸗ frangeel/ ſcharpff/ bitter/ vnd eins ſtarcken geruchs. Statt ſeiner wachſung.
Schoͤlkraut wechſzt allenthalben an den ſchattechten oꝛten/ in ſonderheyt bey den mauren vnd alten gebewen/ auch hinder den zeünen vnd hecken.
eit. Das Schoͤlkraut iberkomehei blůmen/ faſt zů der zeit wañ die ſchwal⸗ ben kom̃en/ vnd weret ſein bluͤſt den gantzen ſummer. b Deie natur vnd comylexion. Schoͤlkraut iſt warm vnd trucken im dꝛitten grad. Krafft vnd würckung.
C Schoͤlkraut ſafft mit hoͤnig vermiſcht/ vnd in einem ehꝛin geſchirꝛ oder ge⸗
faͤß gekocht/ macht klar augen/ dariñ getropfft. Der ſafft aber von diſem kraut ſoll im Meyen vnnd anfang des ſummers geſamlet werden. Der ſafft vom Schoͤlkraut heylet fiſteln/ krebs/ vnnd den wolff/ darmit gewaͤſchen. Soͤlche krafft hat auch das gedoͤꝛrt puluer/ in die wunden vñ ſchaͤden gethon. Die wur tel mit Eniß in weiſſem wein geſotten vnnd getruncken/ eroͤffnet die verſtopf⸗ fung der leber/ vñ vertreibt die geelſucht. Im mund gekewet/ legt ſie den ſchmer
tzen der zaͤn. 3 3 2 Von Feig⸗
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