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NEw Kreüterbuch in welchem nit allein die gantz histori das ist namen gestalt statt vnd zeit der wachsung natur krafft vnd würckung des meysten theyls der Kreüter so in Teütschen vnnd andern Landen wachsen mit dem besten vleiß beschriben sonder auch aller derselben wurtzel stengel bletter blumen samen frücht vnd in summa die gantze gestalt allso artlich vnd kunstlich abgebildet vnd contrafayt ist ... / Durch den hochgelerten Leonhart Fuchsen ...
Entstehung
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Von Eibiſch. Cap. V.

D vnd weiſſen maſen vnder dem angeſicht. Wer ſich mit diſem ſamen mit oͤl vnd eſſig vermiſcht ſchmiert/ den beißt kein gifftig thier. Er iſt auch gůt der roten rhuͤr/ dem blůt außſpeien/ vnd allerley bauchflüß. Der ſame in waſſer vnnd eſſig/ oder wein geſotten vnd getruncken/ heylet alle ſtich der Imen vnd derglei

chen thier. Die bletter mit oͤl vermiſcht/ ſollen auff die biſſe derſelbigen thier ü⸗ bergelegt werden/ dergleichen auff den bꝛandt.

Bon Gauchheyl. cw. v

Namen. Iſe kreüter haben die alten aberglaubiſchen Teütſchen Gauch⸗ A heyl darumb geheyſſen/ das ſie geglaubt haben/ wo mans im ingang des voꝛhofs auff hencke/ das ſie allerley gauch vnd ge ſpenſt vertreiben. Sonſt neñt mans auch Colmarkraut. Auff GBriechiſch vnd Lateiniſch werden ſie genent Anagallides. Diſes krauts ſeind zweyerley geſchlecht/ weiblin vnd meñlin. Das meñlin hat ein rot zinoberfarbs blüemlin. Das weiblin aber hat ein ſchoͤn himelblaw blüemlin/ iſt ſonſt dem meñlin aller geſtalt nach gleich. Geſtalt. b Gauchheyl ſeind ſteudlin auff der erdẽn außgepꝛeytet/ mit vierecketen ſtenge lin/ vnd kleinen blettlin/ ein wenig rund/ wie Tag vnnd nacht/ oder Meyeron. So jre rote vnnd himelblaw bluemlin abfallen/ werden gantz runde knoͤpfflin als Coꝛiander ſamen darauß/ in welchen iſt kleiner dꝛeyecketer geeler ſame.

B Statt irer wachſung. fe Wachſen beyde in den weingarten/ aͤckern/ gemeynlich aber in den ſtupffel⸗ eldern. Die zeit.

Blüen vonn dem Meyen an/ durch den gantzen ſom̃er/ fürnemlich aber im Augſtmonat. Seind über die maſſen ſchoͤne blüemlin/ in ſonderheyt des wei⸗ blins.

Die natur vnd complexion.

Beyde Gauchheyl ſeind warmer vnnd truckner natur/ ſeübern vnd ziehen

an ſich. Die krafft vnd würckung.

Gauchheyllegen den ſchmertzen/ ſeübern/ ziehen auß doꝛn vnd ſpꝛeiſſen über gelegt. Seind gůt den vnreynen wunden/ dañ ſie ſeübern dieſelbigen/ vnd hey⸗ len. Ihꝛ ſafft reyniget das haupt/ vnd zeücht auß die zaͤhen feüchtigkeyt/ ſo er in die naſen empfangen würdt. Er lindert auch diſer geſtalt gebꝛaucht das zan⸗ wee. Der ſafft mit dem allerbeſten hoͤnig vermenget/ vnd in die trüeben augen gelaſſen/ macht dieſelbigen klar vnnd lauter. So er mit wein vermiſcht getrun cken würdt/ heylet er die naterbiß/ vnd iſt gůt der bꝛeſthafftigen lebern/ vnd nieren. Das weiblin treibt hinderſich den außgetruckten affterdarm/ aber das meñlin treibt vnd zeücht denſelbigen herauß. 6