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Von Haſelwutz. Cap. II.
Die krafft vnd würckung.
Die wurtzel von diſem kraut treibt den harn. Dienet auch wolden waſſer⸗ ſtichtigen/ vnnd den weetagen der hüfft. Bꝛingt den frawen jre kranckheyt mit wein vnd hoͤnig geſotten/ vnnd daruon getruncken. Treibt auß durch den ſtuͤl⸗ gang/ wie die weiß Nießwurtz. Die wurtzel vertreibt auch das keichen/ vñ hů⸗ ſten. Mit wein getruncken iſt ſie nützlich denen ſo von gifftigen thiern gebiſſen ſeind. Die bletter ziehen zůſam̃en. Der ſafft daruon angeſtrichen iſt gůt zů dem weetagen des haupts/ vnd den hitzigen augen/ auch dem rotlauff. Haſelwurtz in laugen geſotten/ vnd damit getzwagen/ ſterckt das hirn/ vnd gedechnuß. Ir ſafft mit bereyter Tutia vermengt/ iſt ein gůt artzney zů den duncklen augen.
b Namen. b AJß raut ſo im Teütſchen landt würdt genent Dꝛachenwurtz/ Geel ſchwertel/ oder Ackerwurtz/ iſt nit das ſo von den Griechi
ſchen vnd Lateiniſchen Acorus geheyſſen würt/ wie wir nach der leng in vnſerm lateiniſchen Kreüterbuͤch haben angezeygt/ ʒvü yetz zůerzelen dem gmeynen mañ on von noͤten. Dañ von ſol chen ſpan vñ jrrungen/ gebüret allein den gelerten vnd ſpꝛaachuerſtendigen zů⸗ reden. Derhalben wir ſoͤlche diſputation an allen oꝛten diß buͤchs woͤllen über⸗ ſchꝛeitten vnnd vnderlaſſen. G eſtalt.
Seine bletter ſeind lang/ gleich der Veielwurtz/ doch etwas ſchmaler vñ ſpi tziger/ gegen der wurtzel etwan rotbꝛaun geferbet. Die ſtengel ſo herauß drin⸗ gen ſeind glatt/ rund/ vnd hol/ auff welchen wachſen die geelen Gilgen. In ei⸗
ner yeden blůmen ſeind die dꝛey erſte bletter vnder ſich gebogen/ dargegen wach
ſen dꝛey andꝛe bletter überſich/ ſchmaler dañ die vnderſten. So gedachte blůmẽ
außfallen/ folgen dicke vnd dꝛeyeckete ſchotten hernach/ die ſeind inwendig mit
geelem bꝛeyttem ſamen außgefullet/ ein yedes koꝛn als ein zertruckte wicken an⸗
B zůſehen. Die wurtzel wechſt überzwerch hin vñ her übereinander/ mit vilen an
gehenckten zaſelen/ iſt inwendig rot leibfarb/ am gſchmack ſeer herb. Ire gſtalt iſt vaſt einem Dꝛachen gleich/ daher ſie würt Dꝛachenwurtz genennet. Seatt irer wachſung.
Die geelen Gilgen haben jre wonung bey den waſſern vñ weyhern/ an den feüchten ſtetten/ als in den feüchten wiſen/ vnd waſſer geſtaden.
Die zeit.
Im Lentzen ehe vñ die blůmen herfur kom̃en/ pflegt man die wurtzel ʒů gra ben. Blüet im Meyen vnd anfang des Bꝛachmonats.
Die natur vnd complexion.
Dꝛachẽ wurtʒ trücknet auß on hitʒ/ dañ der herb geſchmack zeygt klaͤrlich an das diſe wurtzel in kheinen weg hitzig ſey/ ſonder vil mehꝛ kalt/ wie das die ge⸗ lerten/ ſo Galenum geleſen haben/ wol wiſſen/ vnd on von noͤten dem Leyen vil daruon zůſchꝛeiben. b
b Die krafft vnd würckung.
CDie Dꝛachenwurtz zeücht über die maſſen ſeer zůſam̃en/ darumb ſol ſie ge⸗
bꝛaucht werden zu allerley ſtellung des bluͤts/ vñ andꝛer bauchflüß. Sie iſt aber
fürtreffenlich gůt zůr ſtellung den frawẽ gebꝛaucht/ ſo zuͦuil flieſſen. an ma ie auch


