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lernten, konnteahnen, daß sich sein Lebens- weg einmal so gestalten und abwickeln werde. Das sollte sich jeder, der im Kampfe ums Dasein dem Verzweifeln nahe ist, merken.
3. Fast mit keinem Worte ist in den vorstehenden Lebensbeschreibungen er- wähnt, daß der Verfasser durch seine Er— folge sich befriedigt fühlt. Sollte man nicht meinen, daß jemand, derseinen Lebensgang vom armen Jungen bis zum Millionär schil— dert, eine gewisse Genugtuung, ein Gefühl der Zufriedenheit mit sich und seinen Leistungen zum Ausdruck bringt? Aber wie wenig davon finden wir in diesen Briefen! Glücklich sind die Herrschaften auch nicht. Und die Bescheidenheit, derer sie sich be-— fleißigen, ist wohl damit zu erklären, daß sie als Besitzer von großem Vermögen die allgemeine Ueberschätzung des Geldes nicht mehr mitmachen. Selbst die Kunst des Festhaltens der verdienten Kapitalien verstehen sie nicht alle. Wenn ich hierüber auch nur von einem meiner Mitarbeiter Näheres weiß, so ist noch nicht bewiesen, daß die anderen alle sofest im Sattel sitzen.
4. Ein wahres Wort hat Herr Dr. S. aus- gesprochen, der den Satz veriicht:
„Jeder Fall liegt anders“.


