———
3
Donnerwetter, sagte ich mir eines Tages. Wenn so ein Rindvieh das Geld geerbt oder in der Lotterie gewonnen hat— meinetwegen. Aber Die, welche es, wie sie es so schön nennen, verdient haben? Was haben Die getan? Wie haben Die es gemacht? Zum Teufel, ich bin doch auch nicht auf den Kopf gefallen, wenn ich einstweilen auch nur ein unbe- deutender Schriftsteller ohne jeden künstlerischen Ehr- geiz bin! Warum verdiene ich bei meinem Fleiß und meinem Talent kaum so viel, daß ich davon leben kann? Meine Erzeugnisse sind besser, als Manches, was gedruckt und honoriert wird. Warum habe ich kein Glück mit meinem Geschmier?
Arbeit, Arbeit! Jawohl, aber was nützt die Arbeit ohne Erfolg? Und ob die Arbeit Erfolg hat, das weiß man doch erst nachher.
Ich weiß, daß eine einzige gute Idee Manchen über Nacht zum reichen Manne gemacht hat. Sollten alle jene Dummen einmal eine gute ldee gehabt haben?
Unsinn— Glück haben sie gehabt!
Aber ist denn das Glück an die Person gebunden? Was hindert denn das Glück, auch einmal zu mir zu kommen?
Warum verdient mein Kollege X. so viel Geld und ich nicht? Ist die physische Möglichkeit für mich und jeden andern nicht ebenso gut vorhanden, wie für ihn? Ist er klüger als ich? Ich glaube das Gegen- teil. Seine Schriftstellerei findet Anklang bei Redak- tionen und Verlegern, trotzdem er gediegenen Quark fabriziert und trotzdem mancher gebildete Leser auf
1*


