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Alte Hessische Glaubens-Lehr : In zwantzig Theologischen Gewissens-Fragen Vom Sontags-Feyer Nach Anleitung zweyer Fürstlichen Hessen-Darmstättischen Außschreiben und Edicten, Als eines, so ... Elisabetha Dorothea, Landgräfin zu Hessen .. Von besserer Feyer des Sontags, Anno 1687 den 1. Junii erneuert und publicirt, und alle Jahr auff den XVII. Sonntag nach Trinitatis von den Cantzeln abzulesen, gn. befohlen; Und des andern, welches ... Georg der II. Landgraff zu Hessen ... Von den also genanten garstigen Schabbaths-Mägden Anno 1639 ... außgeschrieben / Auffgesetzet von Kilian Rudrauffen ...
Entstehung
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Die zwantzigſte Frag. 88 eche Zand und naͤhre dich redlich/ Plal. XxXVIl. 3 Mit GcTTund Ab⸗ mit EThrey/ daß du GcTC fuͤrchteſt und niemand unrecht thuſt/ 4

nd wie Lutheri Rand⸗Gloͤßlein ſolche erklaͤrt. Heiſt das mit GOCT/

was wider Gottes und Chriſti Lehr und Befehl? Mit Ehren/ was wider die Heiligkeit/ Hoheit und Ehr des Meſſiæ gehet? wie droben er⸗ waeeſen. Wer Nahruͤng ſuchet mit Suͤnden/ und wie D. Maͤller redet⸗ Un, mit Verkleinerung der Ehren Gottes/ mit Verletzung ſeines Gewiſſens/ 1 inde Entheiligungdes Sabbaths und Schadenſeines Chriſtenthums/ der naͤh⸗

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din ret ſich nicht mit GOtt. Soll unſer Nahrung des Leibes mit Schaden ind und Gefahr der Seelen geſchehen? Soll man Chriſtum unſern Heyland, Cu. um der Saͤu willen/ mit den Gergeſenern außſtoſſen? Es were ja endlich en beſſer durch bitten und betteln ein Stuͤck Brod zum Auffenthalt des Lebens/ eine als durch Sände und Aergerniß/ mit Spott und Verietzung des Chriſten⸗ r thums zu fuchen. Man hat/ ſolchem Vorwenden des aͤuſſerſten Armuhrs ort abzuhelffen/ an einem gewiſſen Ort/ und damit der Pfarrer moͤchteſein Ge⸗ vwiſſſen befreyen/ Verordnung thun wollen/ daß ein dergleichen Juden⸗ che Sabbaths⸗Magd auß dem Kaſten ein Almoſen habenſolle/ umvon ſolchem ſchaͤndlichen und fündlichen Dienſt abzuſtehen. Es hat aber doch nicht helf⸗ f ete fen wollen/ ſondern des Junckern Gebott gieng vor der goͤttlichen Ehr und 8* tti, Lehr/ und muſte die Sabbaths⸗Magd ferner dienen/ daß die Juden nicht zu auß dem Dorff zoͤhen und des Junckern Miiſhung nicht gefaͤhrt wuͤrde. Es age erkaͤrte ſich endlich der Juncker von ſeinem Gebott abzuſtehen/ wenn ein i Univerſal⸗Verbott im gantzen Land geſchehe/ daß auch alle andere ſeine ung. Wettern muſten dergleichen thun⸗ vieſes iſt nicht die Suͤnde gar

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e.

V uͤnden einzufuͤhren. Gehet man gb demerſten Gebott und von der Jurcht des HErrn/ ſo kan man deſto t ter verfährt werden zu Suͤnden wider das ander Gebott. Haͤlt man

ges erſte Tafel nicht des Gottlichen heiligen Geſetzes/ ſo hat der Teuſſel ſchon

In Chär und Thoren offen/ die Soͤnde zubereden wider die ander Taftl. Iſt