Druckschrift 
Alte Hessische Glaubens-Lehr : In zwantzig Theologischen Gewissens-Fragen Vom Sontags-Feyer Nach Anleitung zweyer Fürstlichen Hessen-Darmstättischen Außschreiben und Edicten, Als eines, so ... Elisabetha Dorothea, Landgräfin zu Hessen .. Von besserer Feyer des Sontags, Anno 1687 den 1. Junii erneuert und publicirt, und alle Jahr auff den XVII. Sonntag nach Trinitatis von den Cantzeln abzulesen, gn. befohlen; Und des andern, welches ... Georg der II. Landgraff zu Hessen ... Von den also genanten garstigen Schabbaths-Mägden Anno 1639 ... außgeschrieben / Auffgesetzet von Kilian Rudrauffen ...
Entstehung
Seite
96
Einzelbild herunterladen

ͤͤͤſſͤſͤſſſͤſſſſn

96 Dit achtzehende rag. von unſern Superintendenten und Pfar henſ5 wol als unſern und Beambten/ gehalten werden ſoll. Und da hierüber einiger Fleck wie oder Dorff/ oder die Pfarrherꝛn in den Doͤrffern und Flecken beh funden wurden/ die da Kirmes hielten/ die ſollen darum ernſtlich bar geſtrafft werden. Nemlich/ der Pfarꝛherꝛ ſoll ſeines Ampts ent⸗ nen, ſetzt/ und der Fleck oder das Dorff/ wann es ein ziemlich Dorſſ tags oder Fleck iſt/ um zwantʒig Gulden: Aber ein kleines Doͤrff lein Taz um zehen Gulden/ ſo offt es uͤbertritt/ geſtrafft werden. Die ſon⸗ richt dere Ubertretter ſollen vier Gulden zur Buß geben. In anno ²29. dan wird ſolches wiederholet/ die Kirmeſſen und Sonntags⸗Taͤntze nochmahls und bey ernſter Straff verbotten/ und dabey angedeutet/ daß/ wenn ein Gerichts⸗ und Juncker/ Pfarrer oder Ambts⸗Diener/ die Sonntags oder Kirmeß⸗ Taͤntze erlauben oder ohne Erlaubniß nachſehen/ und die Taͤntzer und Uben So tretter dieſes Gebotts nicht mit ernſter Straff belegen werden/ ſolches an Fch ihme oder ihnen ſolte geſucht werden. v Erklaͤrung p.52. Dergleichen fil⸗ als

1

det man in andern ChurFuͤrſtl. Fͤrſtlichen und Graͤfflichen reſpective Kirz chen⸗ und Policey⸗Ordnungen/ wie davon Carpxovius zeuget/ luriſp Eccleſ 2 n I. II.tit. 16. def. 253 n. 1. feqq. und die Graͤffliche Naſſau⸗ Eatzenelnbogiſe 5 Policey⸗Ordnung de auno 1615. p. 1. Da auff die Sonntag kanesha und Maͤrckte/ und vor den Predigten nicht einmal Weck auff den Kirchhoͤfen Der 1

ſollen feil gehalten werden. p. ꝛ1. Sind abſonderlichen auch die Sonntag⸗ Taͤntze verbotten/ laut der Kirchen⸗Ordnungen. he .*. Es iſt aher hierbey zu beobachten/ daß nicht nur Kirmeſſen/ nt Marck⸗Tag und Taͤntze zu hal nnnfen Bestlandune Geſtet dum von Heſſen verbotten/ ſondern daß auch niemand auß dem Foͤrſtenthum ander, Arn

werts ſolches auff den Sonntag thun ſoll. Denn das ja einerley Suͤnde ſen! und auff einerley Entheiligung des Sabbaths hinauß laufft/ ob ich beß tag⸗ mir in meinem Hauß/ Dorff/ Flecken oder Stadt ſolches thue? oder an, hat derwerts? dann eben das gethan wird/ ob ſchon drauſſen und auff dem Gei Land/ das wider die Heiligung des Sabbaths gereicht/ und daher ernſtlich che verbotten iſt. Darum auch dieſe auff die Sonntag hinauß lauffende Ver Ge brech r des Sabbaths billich zu ſtraffen ſind. Wiewoldo einigeerinner Se was die Beſtraffung belanget/ daß man auf die Noht zu ſehen/ welche/ waſ heit

ſie ſo gethan/ daß ſie auſſer allem Geſetz ſeyn muß/ auch ohngeſtrafft pflegt geͤ gehalten zu werden/ wie ſolches D. Oſzander, D. Durr, D. Stempelius, und ande, wel re mit mehrerm außfuͤhren. Iſt aber nicht alles vor Noht zu achten/ was des Noht wil genennt werden/ und alſo anders als die Libertiner unnon