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166 Gießiſcher Leichpredigten
ſondern in aller jhrer Vnruh iſt das jre beſte Labſal geweſt: Feren-
dum eſt, quod mutari non poteſt, was man nicht endern kan muß mans mit gedult ertragen: etliche haben ſich vber die fortu⸗ nam, oder das Gluͤck vnnuͤtze gemacht: Andere ſeindt in ver⸗ zweiffelung vñ vngedult zum Teuffel gefahren. Duaber/ gelieb⸗ ter Chriſt/ laß vngedult vngedult ſein/ faſſe/ nach Chriſtiver⸗ mahnung/ deine Seel mit gedult/ es willdoch nicht anders ſein. Eneas Sylvius erzehlet ein fein Apophthegma deß Key⸗ ſers Alphonſi, welcher zuſagen gepfleget: Ein hundert Eentner vngedult benimpt dem Creutz nicht ein Quintlein/ ſondern meh⸗ ret es viel mehr. Dergleichen erzehlet auch Lutherus von einem Churfuͤrſten zu Sachſen. Opatientia, ruffet Auguſtinus, tu o- mnia vincis adverſa non colluctando, ſed ſufferendo, non murmurando, ſed gratias agendo. O liebe gedult/ du vberwin⸗ deſt alle widerwertigkeit/ nicht mit widerſtreben/ ſondern mit Lei⸗ den/ nicht mit munꝛen/ ſondern mit dancken. Daß nunauch wir in aller vnſer Vnruh/ Creutz/ Jammer vnd Elendt wie daß moͤge na⸗ men haben/ gedultig ſein/ der Weiſſagung erwartẽ/ nicht zweiffeln/
ſie werden gewißlich kommen vnd nicht auſſenbleiben/ vnd in wa⸗
rem Glauben biß an vnſer Endt beharꝛen/ das gebe vnnd verleihe
vns die heilige hochgelobte Dreyfaltigkeit/ Amen/ du lieber Gott/ Amen.
PFERSON AL. l A..
MEingang dieſer vnſer Predigt/ haben wir geliebte Chri⸗
ſten berichtet/ wie derzeitlich Todt abgebrochen ein ſchoͤnes Bluͤmlein/ vnnd einem zarten Haußſoͤhnlein/ nemlich Jo⸗
hanni Hermannulo Lautebachio/ den Garauß gemacht habe. Daſſelbige abgeſtorbene Mitbruͤderlein iſt Anno ei. den s. De. cẽbris ein wenig nach halb 3. Vhr nach Mittag nach langwuͤri⸗ be groſſer ſchmertzlicher arheit der Mutter zur Wa egonnweer . en


