Teil eines Werkes 
Erster Theyl (1613)
Entstehung
Seite
150
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5o Gieeßiſcher Leichpredigten ſen. Aber daſelbſt iſt er gleichwol in einen beſchwerlichen Vnfall ge⸗ rahten/ darauß jhm aber G Ott gnediglich geholffen. Vor einem

Jahr am 31. Aprilis iſt er anhero auff dieſe vnſere hohe Schul

komen/ da er Anfangs bey mir beneben dem Ehrnveſten hochge⸗ lahrten Herꝛn Gregorio Horſtio der Artzeney Doctore vnnd in

dieſer loͤblichen Univerſitet Profeſſore, vnnd auch andern Ade⸗

lichen vnnd ſonſten vornemen Studioſis, an meinem Tiſch gewe⸗ ſen/ da ich jhme dann das Zeugnuß geben kan/ daß er ſich recht vnd wol wie einem ehrlichen vom Adel vnnd Studioſo geʒzimet/ verhal⸗ ten/ hat gerne conferiret vnd ſich weiſen laſſen/ hernach weil er ſich auffs Studium Juridicum vnnd Politicum gantz vndgar zu be⸗

geben vorgenommen/ hat er in privatis diſpurationum Collc-

giis, mit opponiren vnnd reſpondiren ſich fleiſſig geuͤbt/ daß wann er nach G Ottes Willen hette leben ſollen/ er einen vornehmẽ Mann geben koͤnnen.

Es iſt vns auch wol wiſſend/ daß er die Prediger Goͤttlichs Wortes beſucht/ vnnd das heylige Abendmal beneben ſeinen Co⸗ habitatoribus fleiſſig mit Ehrerbietigkeit gebraucht hat.

Es hat aber auch G Ott der Herꝛ nach ſeinem allein weiſen

Raht/ vns an jhme fuͤr geſtellet ein Exempel der Vnbeſtendigkeit vnnd Nichtigkeit menſchliches Lebens/ darvon wir zuvor gehoͤret/ daß wann wir meynen wir ſtehen ſo liegen wir. Dann er ploͤtzlich mit der Schwachheit der dyſenteria od rote Ruhr angegriffen die im ſo hart zugeſetzt/ daß er am ſiebenden Tage diß jrꝛdiſche Leben enden muͤſſen. Aber mit nichten wie die Gottloſen. Dann am nechſt verſchienen Sontag bin ich Morgends vor der Predigt zu jhm kommen vnnd habe jhn beſucht/ welches jhm wolgefallen. Daher er ſich zu G Oit bald geſchicket/ vnnd vnder der Predigt/ nach em⸗ pfangener Abſolution/ das heylige Abendmahl mit groſſer Ehrer⸗ bitigkeit gebraucht/ fleiſſig gebetet/ vnnd iſt am ſelbigenin beyſein deß Herꝛn Diaconi dieſes Ortes vnter dem Gebet im Herꝛn ſelig⸗ lich entſchlaffen zwiſchen vier vnnd fuͤnff Vhren nach Mraa⸗ Wund