—õ——————
Gloria mundi.
Reifezeit: Dezember bis Mai.
Name und Heimat.: Gloria mundi, Hausmütterchen und Josephinenapfel sind in den älteren pomologischen Werken nicht streng auseinandergehalten. Alle drei Namen werden dergleichen Sorte beigelegt, und so kommt es, daß auch von unseren Mitarbeitern aus den verschiedenen Gegenden die gleichen Bezeichnungen für dieselbe Sorte gebraucht werden. Sie führt außerdem in Oldenburg noch den Namen„Pfundapfel“, am Bodensee„Stiefmütterchen“ und in Dresden„Herrenapfel“. Die deutsche Uebersetzung„Ruhm der Welt“ hört man auch mitunter.
Gloria mundi und Hausmütterchen werden am meisten miteinander verwechselt. Deshalb wird es erwünscht sein, die Unterschiede beider Sorten einander kurz gegenüberzustellen.
Gloria mundi: Hausmütterchen: Stets höher gebaut als H. Etwas flacher. Am Kelch stärkere Rippen vorhanden. Flachere Rippen oder gar keine. Kelcheinsenkung tiefer. Flacher. Schale einfarbig ohne Röte. Auf der Sonnenseite öfter rot angehaucht. Deutliche weiße Schalenpunkte. Punkte kaum hervortretend. Graue Holzfarbe. Rotbraune Holzfarbe. Wuchs aufrecht, pyramidal, stark. Schwächeres Holz bildend und breiter gebaut. Haltbarkeit bis spät ins Frühjahr. Nur bis Dezember, höchstens Januar.
Literatur: Illustriertes Handbuch, Band 8, Seite 225(als Hausmütterchen), Engelbrecht, Deutsch- lands Apfelsorten, Seite 288 und 287(als Josephinenapfel); Pomologische Monatshefte, Jahrgang 1892, S. 114; Deutsche Obstbauzeitung, Jahrgang 1913, S. 107.
Gestalt: Sehr groß, etwa 90 mm hoch und 100 mm breit oder auch größer, nach dem Kelch hin sanft abfallend.
Kelch: Halboffen oder geschlossen, auffallend klein, mit grünwolligen, zurückgeschlagenen Kelch- blättchen; Kelchhöhle eng und tief, von Rippen, die sich auf der oberen Fruchthälfte verlaufen und Fält- chen umgeben.
Stiel: Kurz und mätig stark, holzig, in einer tiefen und weiten, stark berosteten Stielhöhle.
Schale: Gelblich grün, später und namentlich auf der Sonnenseite hellgelb gefärbt. Auf der ganzen Frucht mit hellen Tupfen und mit einzelnen, ganz feinen, braunen Pünktchen bedeckt; etwas geschmeidig und glänzend.
Fleisch: Weißlich, etwas grobfaserig und mürbe, nicht sehr saftig, ohne jegliche Würze.
Kernhaus: Weit offen und zerrissen, ganz hohlachsig. Die Kammern sind sehr geräumig und mit Querstreifen versehen. Die Gefäßbündel umgrenzen das Kernhaus scharf und bilden im Fleisch oft stärkere Verzweigungen. Kerne klein, scharf zugespitzt.
Eigenschaften der Frucht.
Diese Apfelsorte verdient ihre Bezeichnung Gloria mundi, Ruhm der Welt, nur durch ihre Aufsehen erregende Größe. Während aber andere Schaufrüchte durch freundliche Farben anziehend wirken, hat sie ein nur einfarbiges Gewand, das erst auf dem Lager ein einigermaßen ansprechendes Aussehen bekommt. In einem Punkt spendet man ihr allgemeines Lob. Sie wird nämlich als Kochapfel kaum übertroffen, besonders zu der Zeit, wo der Obstkeller bald geräumt ist. Sie zerfällt beim Kochen nicht und zeigt, als ganze Frucht gekocht, noch angenehme Würze. Roh gegessen schmeckt die Sorte überhaupt nicht; sie wird aber von den Kuchenbäckern, die sich das Schälen leicht machen wollen und mehr auf die Masse als auf die Würze sehen, gern
131


