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Großherzog Friedrich von Baden. Reifezeit: September bis Oktober.
Name und Heimat: Die Sorte wurde im Jahre 1894 vom Großherzoglichen Hofgärtner Fießer in Baden-Baden aus einem Samenkorn des Bismarckapfels gezogen und nach dem regierenden Großherzog von Baden benannt. Sie führt nur diesen Namen.
Literatur: Deutsche Obstbauzeitung, Jahrgang 1910, Seite 259.
Gestalt: Groß bis sehr groß, von plattrunder, ausgesprochen kalvillartiger Form; 80— 95 mm breit und 65— 75 mm hoch, mitunter auch hoch gebaut. Deutliche Kalvillrippen ziehen sich vom Kelch aus über die ganze Frucht hin und lassen sie bei einem Querschnitt durch das obere Drittel eckig erscheinen. Die größte Breite liegt im unteren Drittel.
Kelch- Offen oder halboffen, in einer tiefen, von starken Rippen eingefaßten Kelchhöhle.
Stiel- Kurz und mittelstark, selten über die Stielhöhle herausragend.
Schale: Hellgelb, in der Vollreife zitronengelb, meist einfarbig, bei Sonnenfrüchten zart gerötet, mitunter auch stellenweise rot punktiert. Die Schale ist sehr zart und empfindlich, fast ohne Rost; einige. Früchte zeigen in der Stielhöhle strahlenförmige Rostfiguren.
Fleisch: Locker und mürbe, gelblichweiß, von angenehm sueriichem Geschmack, so lange der Apfel noch frisch und saftig ist; später fade und mehlig.
Kernhaus: Preitzwiebeifonmig- in der Regel hohlachsig mit weiten Kammern, die mit gut aus— gebildeten, etwas eingeschnürten, hellbraunen Kernen gefüllt sind.
Eigenschaften der Frucht.
Große Apfel genießen unter den heutigen Marktverhältnissen hohes Ansehen, und wenn sie dabei eine so zartgelbe Schale mit schwach geröteter Backe haben, wie es bei der Sorte Groß- herzog Friedrich von Baden der Fall ist, so ist die Bezeichnung„Marktfrucht“ berechtigt. Auch die Bezeichnung„Schaufrucht“ verdient diese Apfelsorte. Man muß es aber als einen groben Unfug bezeichnen, wenn man sie als„Kalvill“ verkauft, und wenn man von ihr als von einem Ersatz für den Weißen Winter-Kalvill spricht. Die Form ist ja allerdings durchaus kalvillartig, Sso daß der Laie, der sich die feineren Sortenunterschiede nicht einprägt, zu der Annahme veranlaßt werden kann, in ihr einen echten Weißen Winter-Kalvill zu kaufen. Bittere Enttäuschungen bleiben dann aber nicht aus, denn der äußeren Schönheit der Frucht entspricht ihr innerer Wert, d. h. ihr Geschmack, in keiner Weise. Auf schwerem Boden gewachsen, frühzeitig geerntet und bald nach der Ernte verspeist, birgt sie zwar einen erfrischenden, angenehm säuerlichen Ge- schmack in sich, der sich aber um so mehr verliert und ins Gegenteil umschlägt, je länger die Frucht aufbewahrt wird. Die Haltbarkeit ist kurz und dauert in der Regel nur bis Ende Oktober. Die Schale ist sehr empfindlich und sie erfordert die sorgfältigste Behandlung beim Versand. Man sollte die Früchte dieser Sorte deshalb bald nach der Ernte, das ist Anfang September, an den Mann bringen und zu Preisen, die man für gutes Wirtschaftsobst fordert, verkaufen. Dann kommt der Züchter auf seine Rechnung, und der Abnehmer wird nicht betrogen.
Eigenschaften des Baumes.
Einjährige Triebe dieser Apfelsorte erreichen oft eine Länge von 1 ½ m; sie sind braunrot gefärbt. Wir haben es bei ihr also mit einer sehr starkwachsenden Sorte zu tun, die trotzdem sehr früh mit ihrer Fruchtbarkeit beginnt. Darin hat sie die Eigenschaften ihrer Muttersorte, des
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