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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Signe FTillish. Reifezeit: Oktober bis November(Dezembey).

Name und Heimat: Signe Tillish ist vom Kammerherrn Hardesvogt Tillish in Bjerre bei Horsens (Jütland) im Jahre 1866 aus Samen gezogen und nach seiner Tochter benannt worden. 1884 erwarben die Baumschulenbesitzer Gebrüder Mathiesen in Korsör das Recht der Vermehrung und des Verkaufs der Sorte, und sie haben sie nicht nur überall in Dänemark sondern auch in Deutschland viel verbreitet.

LCiteratur: Deutsche Obstbauzeitung, Jahrgang 1906, S. 161 und 210 und Jahrgang 1910, S. 345, 373, 381.

Gestalt: Groß und flach gebaut, 70 80 mm hoch und 80 90 mm breit, oft noch breiter; nach dem Kelch zu stark verjüngt. Flache Rippen ziehen sich über die Frucht und geben ihr eine fünfkantige Form.

Kelch: Halboffen, in einer tiefen und engen Einsenkung mit sanft abgerundeten Rippen. Kelch- blättchen auffallend lang und schmal zugespitzt, nach außen zurückgeschlagen.

Stiel: Dünn und holzig, etwa 10 mm lang, bald länger, bald kürzer; in einer tiefen und weiten Stielhöhle, die mit weit ausstrahlenden, dünnen Rostfiguren auf grünem Grunde überzogen ist.

Schale: Dünn, grüngelblich, auf der Sonnenseite, namentlich nach dem Stiele hin rötlich gestrichelt oder verwaschen, zur Reife leuchtend gelb. Feine braune Punkte, die auf der Sonnenseite größer und mit einem grünen Hof umgeben sind, treten scharf hervor und sind nicht sehr dicht, aber gleichmäßig über die Frucht verteilt.

Fleisch: Weiß, mit schwach gelblichem Schimmer und von grünlichen Gefäßbündeln durchzogen, mürbe und saftig, von feinem, weinsäuerlichen Geschmack.

Kernhaus: Breit-zwiebelförmig, von kleinem Durchmesser, etwas hohlachsig. Kammern schmal mit auffallend platt gedrückten, breiten Kernen dicht gefüllt.

Eigenschaften der Frucht.

Unter den Einführungen neuer Apfelsorten der letzten Jahrzehnte hat kaum eine andere Sorte die Berechtigung zur Weiterverbreitung in höherem Maße zu beanspruchen, als diese dänische Sorte Signe Tillisn. Das erste Urteil über den Wert ihrer Früchte, das in der Deutschen Obst- bau-Zeitung veröffentlicht wurde, stellte die Sorte Signe Tillish neben den Gravensteiner. Wenn ihr auch dieser Platz nicht zukommt, weil ihr dazu der köstliche Duft, der einzig dastehende Geschmack und noch anderes fehlt, so läßt sich nicht leugnen, daß sie, in geeigneter Lage gezogen, durch ihre schöne Farbe äußerlich ebenso anspricht wie ihr würziges Fleisch erfrischt. Sie erreicht oft die Größe von Schaufrüchten, bleibt dabei aber nicht frei von Stippen, die als die Folge einer zu reichlichen Stickstoffzufuhr oft auftreten. Aber auch ihre nur mittelgroßen Früchte werden leicht Absatz finden, sobald die Güte dieser Sorfe erst allgemein bekannt wird.

Die Schale ist leider empfindlich und verlangt vorsichtige Behandlung bei der Ernte. Aus dem gleichen Grunde darf der Versand nicht bis zur Lagerreife aufgeschoben werden. Ihr Geschmack ist am vollkommensten, wenn sie frühzeitig geerntet und nicht zu lange gelagert wird. Man sollte die Früchte nicht länger als bis zum Anfang Dezember aufheben. Der Apfel ist mit einem Wachs- überzug versehen, fühlt sich fettig an und welkt nicht auf dem Lager. Die Früchte entwickeln sich meist gleichmäßig; sie geben bei der Ernte wenig Auskfall.

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