Nathusius' Taubenapfel.
Reifezeit: November bis März.
Name und Heimat: Nathusius' Taubenapfel wurde im Jahre 1824 von dem Obergärtner Dieskau in den Althaldensleber Baumschulen aus Samen gezogen und nach dem Rittergutsbesitzer Gottlob Nathusius, der sich um den Obstbau und die Landwirtschaft außerordentliche Verdienste erworben hat, benannt.
Literatur: Engelbrecht, Deutschlands Apfelsorten, Seite 263; Pomologische Monatshefte, Jahrgang 1901, Seite 193.
Gestalt: Mittelgroß, in der Form wechselnd, bald lang gestreckt, bald ebenso breit wie lang, 60— 70 mm breit, 70— 80 mm hoch; abgestumpft eiförmig, oft auch oval. Der größte Breitendurchmesser liegt im unteren Drittel der Frucht; nach dem Kelch zu fällt sie ziemlich gleichmäßig ab.
Kelch: Geschlossen, bräunlich grün, etwas wollig, in einer engen, nicht sehr tiefen Einsenkung. Kelchblättchen mit den Spitzen zurückgeschlagen. Viele verhältnismäßig schmale Fältchen umsäumen den Kelch.
Stiel: Mäßig dünn, 12—15 mm lang, in einer ziemlich tiefen und engen, aber fast gänzlich unberosteten Stielhöhle.
Schale: Glatt und glänzend, von gelblich-grüner, später hellgelber Grundfarbe, die sonnenwärts lebhaft karmoisinrot getüpfelt und verwaschen ist. Aus diesem Rot heben sich dunklere rote Streifen deutlich ab, die Früchte sind manchmal auch mit einem feinen bläulich-weißen Duft überzogen. Sie haben einen sehr schwachen Geruch und welken nicht.
Fleisch: Reinweiß nach Art der Taubenäpfel, fest und saftig, mit deutlich, manchmal sogar unangenehm auffallendem Bittermandelgeschmack.
Kernhaus: Sehr groß und weit offen, reichlich mit gut entwickelten, lang zugespitzten Kernen angefüllt.
Eigenschaften der Frucht.
Nächst dem neuen englischen Taubenapfel gehört diese Sorte zu den lachendsten Früchten der ganzen Familie der Taubenäpfel. Sie ist Jahrzehnte hindurch— vielleicht aus Mangel an genügender Empfehlung— ziemlich unbeachtet geblieben, während sie heute als Marktapfel hoch geschätzt und gern gekauft wird. Sie ist allerdings vorwiegend Schaufrucht. Ihrer äußer- lichen Schönheit entspricht ihr innerer Wert leider nicht. Der stark hervortretende Bittermandel- geschmack ist nicht jedermanns Sache, und wenn auch die Frucht auf dem Obstmarkte mit ihrer leuchtenden Farbe in die Augen sticht, so muß sie sich doch meistens immer wieder neue Kreise unter den Käufern erobern. Das Fleisch der Frucht hat etwas Erfrischendes, Herzhaftes, es wird aber von einer ziemlich zähen Schale umgeben. In der Höhe und Breite wechselt ihre Form sehr stark, so daß sie die den Taubenäpfeln in der Regel eigentümliche, längliche Form manchmal ganz verliert.
Die Sorte bringt ihre Früchte zu gleichmäßiger Entwickelung, und der Ausfall an kleinen Früchten ist bei der Sichtung nur gering. Sie halt sich recht lange und verträgt unbedenklich auch den Versand auf weiteste Entfernungen.
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