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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Schöner aus Pontoise.

Reifezeit: November bis März.

Name und Heimat: Der Schöne aus Pontoise ist als ein Sämling des Kaiser Alexander von dem Gärtnereibesitzer Remy in Pontoise in Frankreich gezüchtet und 1881 in der Revue horticole zum ersten Male beschrieben worden. Vereinzelt ist er überall, auch in Deutschland verbreitet. Größere Anpflanzungen dieser Sorte sind nirgends vorhanden.

Literatur: Pomologische Monatshefte, Jahrgang 1894, Seite 45.

Gestalt: Groß und flach gebaut, von gleichmäßiger, schöner Form, 75 90 mm breit und 55 70 mm hoch, mittelbauchig. Rippen, die vom Kelch aus über die ganze Frucht hinwegziehen, sind breit und treten nicht sehr stark hervor. Nach unten ist die Frucht ziemlich platt gebaut, nach oben verjüngt und abgerundet.

Kelch: Halboffen mit langgespitzten, vollkommen entwickelten, grünwolligen Kelchblättchen, die an der Spitze nach auswärts gebogen sind. Einsenkung schmal und tief, von kalvillartigen Rippen umgeben.

Stiel- Lang und dünn, 20 30 mm, nach der Ansatzstelle hin keulenförmig verdickt, bräunlichgrün, in einer sehr tiefen und weiten, strahlenförmig berosteten Stielhöhle.

Schale: Hellgrün und glänzend, mit zunehmender Reife gelb werdend. Die gelbe Grundfarbe wird aber von einem trüben Rot, aus dem sich dunklere Streifen abheben, in der unteren Hälfte fast ganz bedeckt und ist mit bläulich-weißem Duft überzogen. In der Grundfarbe treten weißliche Punkte deutlich hervor. Die Frucht welkt nicht und hat kaum merklichen Geruch.

Fleisch: Weiß mit gelblichem Schimmer und von grünen Adern, die das Kernhaus beim Quer- schnitt deutlich abgrenzen, durchzogen. Saftig und mürbe, von angenehm weinsäuerlichem Geschmack, aber ohne Würze.

Kernhaus: Breit-zwiebelförmig, mit schmalen Kammern, die vollkommene, breite Kerne enthalten; etwas hohlachsig.

Eigenschaften der Frucht.

Der Schöne aus Pontoise nimmt unter den Wirtschaftsäpfeln einen ersten Platz ein, indem seine großen Früchte zum Kochen sich vorzüglich eignen und in den Wintermonaten auch eine ansprechende Farbe bekommen. Mit dem Verkauf muß man aber bis zu diesem Zeitpunkt warten, im Herbst ist der Absatz schwierig. In sonniger Lage erhalten die Früchte eine leb- haftere Farbe als auf der farbigen Beilage. Sie hängen fest am Baum und bieten Stürmen Trotz. Unter normalen Bodenverhältnissen entwickeln sich die Früchte zu gleichmäßiger Größe, während bei dürftiger Ernährung viele unvollkommene Früchte geerntet werden. Als Tafelfrucht hat der Schöne aus Pontoise keine Bedeutung, als Kochfrucht aber verdient er die weiteste Verbreitung. Zum Versand eignet er sich bis spät in den Winter hinein.

Man lasse sich durch die frühzeitige Entwickelung der Früchte am Baum nicht verleiten, ihn früh zu ernten. Er muß spät gepflückt werden; nur dann hält er sich bis ins späte Frühjahr frisch, ohne auf dem Lager zu welken.

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