Cellini.
Reifezeit: Oktober bis November.
Name und Heimat: Angaben über die Züchtung und Heimat des Cellini sind nirgends auf- gezeichnet. Nach Hogg soll er aus England stammen und im Jahre 1850 in Vauxhall bei London auf- getaucht sein.
Literatur: III. Handbuch, Ergänzungsband, Seite 65; Engelbrecht, Deutschlands Apfelsorten, Seite 673; Pomologische Monatshefte, Jahrgang 1884, Seite 291; Hogg, the fruit Manual, 1875, Seite 32.
Gestalt: Mittelgroß bis groß, 75 bis 90 mm breit, 65 bis 75 mm hoch, stielbauchig, meist regel- mäßig, kegelförmig gebaut und nach oben stark abgestumpft, nach dem Stiel zu flach abgerundet.
Kelch: Offen, mit breiten, am Grunde getrennten und nach außen gebogenen Kelchblättern. Kelch- einsenkung weit und schüsselförmig, mäßig tief, von flachen Falten gleichmäßig umgeben.
Stiel: Mittelstark und holzig, 15 bis 17 mm lang, bräunlich, Stielhöhle gleichmäßig weit und tief, graugrün berostet.
Schale: Glatt und glänzend, mit gelblichgrünem, später grünlichgelbem Grundton; sonnenwärts leb- haft rot gestreift und geflammt, oft auch fast ganz rot überzogen. Punkte fein und wenig hervortretend, desto stärker der Duft, den die Frucht, namentlich bei voller Reife, ausströmt. Die Frucht welkt nicht.
Fleisch: Gelblichweiß mit einem grünen Schimmer, locker und mürbe, zwar saftig, aber arm an Würze, vorwiegend säuerlich.
Kernhaus: Hohlachsig, ziemlich groß und breit. Die geräumigen Kammern sind mit vollkommen ausgebildeten, dunkelbraunen Kernen reichlich gefüllt.
Eigenschaften der Frucht.
Die Früchte des Cellini sind in ihrer Größe und in der Färbung ihrer Schale außerordent-— lich verschieden. Während sie in gebirgiger Lage schon am Baume ein solch' lachendes Aussehen bekommen, daß sie auf weite Entfernungen hin in die Augen leuchten und die Obstdiebe an— locken, bleiben sie in anderer Lage oft ganz grün und unansehnlich und sind von hellgrauem Rost oft netzartig überzogen. Ebenso wechselt auch der Geschmack mit dem Standort der Bäume. Früchte aus Höhenlagen haben meist einen sehr erfrischenden Geschmack und dürfen mit vollem Recht noch als Tafelfrüchte bezeichnet werden. Sie bleiben oft bis Ende Dezember noch voll- saftig, ohne einzuschrumpfen. In der Ebene gewachsen haben sie dagegen in der Regel nur den Wert eines Wirtschaftsapfels; sie schmecken fade und verlieren sehr frühzeitig ihre Säure, So daß sie nur zum Kochen und zum Kuchenbacken Verwendung finden und auch bald nach der Ernte verbraucht werden müssen.
Die Ernte muß früh erfolgen, weil die Früchte bei wechselnder Witterung leicht aufplatzen und faulen. Ebenso empfiehlt es sich, mit dem Versand und Verbrauch der Früchte nicht lange zu warten. Bei längerem Lagern verlieren sie immer mehr an Wert. Bei vollem Behang der Bäume entwickeln sich die Früchte, wenn nicht durch zeitiges Auspflücken Abhilfe geschaffen wird, sehr ungleichmäßig, so daß man mit einer großen Menge Obst dritter Wahl rechnen muß. Die Preise, die man für den Cellini aus guten Obstlagen zahlt, sind trotzdem meist recht be- friedigend, weil seine Früchte durch ihre ansprechende Farbe und durch ihre regelmäßige Form die Käufer besticht.
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