Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Eltonkirsche.

Reifezeit: Zweite bis dritte Woche der Kirschzeit.

Name und Heimat: Die Eltonkirsche ist eine englische Züchtung; sie wurde im Jahre 1806 vom Präsidenten der Londoner Gartenbaugesellschaft, Knight durch Kreuzung der edlen Prinzessinkirsche mit einer Herzkirsche gewonnen. Sie ist weit verbreitet, aber mehr in Sortimenten als in Erwerbsobstanlagen. Sie führt keinen anderen Namen.

Literatur: Ill. Handbuch Nr. 29; Deutsche Obstbauzeitung, Jahrgang 1907, Seite 226.

Gestalt: Mittelgroß bis groß, 21 mm hoch, 20 mm breit, 19 mm dick; länglich herzförmig, scharf zugespitzt. Auf der Bauchseite tritt eine deutliche Naht hervor, die nach der Spitze etwas gekrümmt verläuft und der Frucht dadurch die ihr eigentümliche Form verleiht. Der Stempelpunkt sitz obenauf.

Stiel: Mittellang und ziemlich dünn, 4 4 ½ em lang, hellgrün, in weiter, flacher Stielhöhle.

Haut: Mäßig fest, mit hellgelbem Grundton, über den sich auf der Sonnenseite und besonders nach dem Stiel hin ein frisches Rot hinwegzieht. Das Rot ist gestrichelt, stellenweise auch geflammt.

Fleisch: Für eine Herzkirsche recht fest; vollsaftig und von sehr feinem Geschmack.

Stein: Langeiförmig mit abgestumpfter Oberseite am Stielende und langgezogener Spitze; 11 mm lang, 9 mm breit und 7 mm dick, sehr plattgedrückt. Auf der Bauchseite fast ohne Naht; desto stärker kommen auf der Rückenseite die scharfen Kanten und breiten Furchen zum Vorschein.

Eigenschaften der Frucht.

Die Eltonkirsche gehört zu den bunten Herzkirschen, die durch ihre eigenartig zugespitzte Form von anderen Sorten der gleichen Art sich leicht unterscheiden lassen. Sie verbindet mit ihrem lachenden Aussehen einen feinen Geschmack und bleibt gegen Druckflecke unempfindlich. Dies macht sie auch zu einer guten Versandfrucht, deren Absatz bei schlechter Marktlage sich ohne Schwierigkeit etwas hinausschieben läßt. Ein Platzen der Früchte bei Nässe ist nur selten beobachtet worden.

Eigenschaften des Baumes.

Die Eltonkirsche wächst stark und sparrig; ihre Aste streben in die Höhe; sie sind aber sehr wenig verzweigt und bilden dadurch lockere Kronen, deren Form man als umgekehrt kegelförmig bezeichnen kann. Die Zweige sind dicht mit kurzem Fruchtholz besetzt, so daß die Bäume, deren Früchte ganz eng zusammen sitzen, sehr reichtragend erscheinen. Das ist aber infolge der geringen Zahl von Kronenästen oft eine Täuschung. Die Blüte ist widerstandsfähig und deshalb setzt die Sorte im Ertrage selten aus. Auch beginnt die Tragbarkeit schon früh am jungen Baume.

Die langen, unverzweigten Aste werden in windigen Lagen oft auf die Seite gedrückt und hängen bei der Last der Früchte herunter. Für die Pflanzung an Straßen ist die Sorte deshalb nicht geeignet.

120