Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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von einander abweichenden Urteile über ihre Fruchtbarkeit. Aber für diese sprechen auch die Bodenverhältnisse mit. In Delitzsch, auf den Fahnerschen Höhen und an anderen Stellen gibt es recht dankbar tragende Bäume der Hortensie, die Süßkirsche als Unterlage haben. In Diemitz und in den Obstanlagen in Sangerhausen, wo sie auf Mahaleb-Unterlagen veredelt ist, gehört sie zu den dankbarsten und am regelmäßigsten tragenden Kirschsorten. Ihre Früchte sitzen meist einzeln, so daß das Pflücken etwas mühsam ist, zumal wenn man das Fruchtholz an dem verlängerten Fruchtstiel schonen will.

Die Blütenknospen sind lang und glockenförmig, die Kelchblätter lang und rot angehaucht. Der Blütenstand ist reich mit büschelförmig zusammenstehenden Blüten besetzt.

Das Blatt ist scharf gezahnt und wellig, am Blattstiel befinden sich oft kleine Afterblättchen.

Die Photographie der Beilage ist die eines Baumes im Provinzial-Obstgarten in Diemitz. Das erste Textbild stellt einen Baum aus der Demelius'schen Anlage in Sangerhausen dar, das zweite einen 17 jährigen Baum aus Kleinfahner.

Das letzte Textbild ist das eines Baumes aus Delitzsch, dessen Früchte, trotzdem sie sich in ihrer Form gar nicht von der eigentlichen Hortensie unterscheiden, erst 14 Tage später reifen. Es scheint fast eine Abart der eigentlichen Hortensie zu sein. Der Wuchs und die Belaubung dieses Baumes ist ganz der unserer Hortensie.

Eine Eigentümlichkeit der Königin Hortensie sei noch erwähnt: Sie scheint zur Zwischen- veredlung mancher Sorten nicht geeignet; Pfropfungen von Kassins Frühe auf Bäume der Königin Hortensie, die mehrere Jahre hintereinander ausgeführt wurden, sind nicht gewachsen.