und immer wieder verglichen. Diese sorgfältig ermittelten pomologischen Unterscheidungsmerkmale sind in unserer Beschreibung beider Sorten festgelegt. Für die Praxis liegt der Hauptwert der Diemitzer Amarelle in der vermehrten Süße ihrer Frucht und— gegenüber den anderen Amarellen— in ihrer außerordentlich reichen Tragbarkeit. Die Diemitzer ist die dankbarste Amarelle, ihr folgt die Kurzstielige, und darauf die Königliche Amarelle. Leider sind aber die Früchte der Diemitzer am kleinsten, wahrscheinlich infolge ihres überreichen Behanges und des wasserarmen Diemitzer Bodens.
Sie gibt ein köstliches Kompott, aber auch roh schmeckt sie recht erfrischend. Infolge ihrer frühen Reifezeit erzielt sie Preise, die ihren vermehrten Anbau entschieden rechtfertigt.
Eigenschaften des Baumes.
Der Wuchs junger Bäume dieser Sorte ist kräftig, er nimmt aber mit der zunehmenden Trag- barkeit mehr und mehr ab. Die Krone ist licht, die Verästelung dünn, die Zweige neigen sich durch den reichen Fruchtbehang weidenartig abwärts und machen den Baum mit seinen leuchtenden Früchten auch zu einem prächtigen Zierbaume.
Die Fruchtbarkeit tritt früh ein; sie ist regelmäßig, wie die der Schattenmorelle. Man sollte der Sorte daher größere Beachtung schenken.
Die Blätter sind dunkelgrün und glänzend, schifförmig gebogen, sie stehen aber mehr im rechten Winkel zu den Zweigen als bei der Königlichen Amarelle.
Die Blüte unterscheidet sich von der der Königlichen Amarelle außer durch ihre größere Fülle fast gar nicht; sie bricht spät auf und dauert 10—14 Tage.
Zur Herstellung des Bildes der Beilage wurde ein Mutterbaum aus dem Kirschsortiment des Provinzial-Obstgartens zu Diemitz photographiert.
Schlechte Eigenschaften.
Die Diemitzer Bäume dieser Sorte scheinen nicht sehr widerstands- und lebensfähig zu sein. Die Ursache liegt aber jedenfalls in der reichlichen, alljährlichen Reiserentnahme, die eine wesent- liche Schwächung der Bäume verursacht hat. Die Früchte bleiben dadurch oft zu klein.
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