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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Eigenschaften des Baumes.

Kassins Frühe hat einen starken Wuchs und bildet eine aufrecht strebende, breitkugelige, lichte Krone, die nur selten des stärkeren Auslichtens bedarf. Sie ist gesund und hat an allen Orten, wo man sie als Ersatz für die vom Kirschbaumsterben ergriffenen einheimischen Sorten verwendete, niemals zu Klagen Veranlassung gegeben.

Ihre Tragbarkeit beginnt oft schon im dritten Jahre nach der Anpflanzung und ist sehr reich, ihre Früchte erreichen gleichmäßige Größe und reifen gleichzeitig.

An den Boden scheint diese Sorte, wie aus vielen Anbauversuchen hervorgeht, keine be- sonderen Ansprüche zu stellen. Der Standort ist allerdings so auszuwählen, daß die früh auf brechende Blüte nicht durch Nachtfröste gefährdet wird.

Der Blütenstand ist locker, die Blüte selbst flattrig. Zur Zeit der Blüte ist ihr Laub noch wenig entwickelt. Die Blütenknospen sind rundlich und im Knospenzustand von stark geröteten Kelchblättern eingeschlossen.

Das Blatt der Kassins Frühen ist auffallend spitz und eigenartig lang gezahnt; dies dient namentlich an jungen Bäumen als Erkennungsmerkmal.

Die Photographie des in der Beilage wiedergegebenen Baumes verdanken wir der Obstbau- schule in Werder. Sie stellt einen 28 jährigen Baum dieser Sorte aus den Obstanlagen der Enkel des Züchters in Werder a. d. Havel dar.

Schlechte Eigenschaften

dieser Sorte sind uns von keiner Seite mitgeteilt worden. Es sei aber bemerkt, daß die im Provinzial-Obstgarten zu Diemitz aufKönigin Hortensie aufgepfropften Reiser derKassins Frühen nicht lebensfähig blieben, während sie auf Wildlings-Unterlage kräftig wuchsen.