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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Früheste der Mark.

Reifezeit: Erste Woche der Kirschzeit.

Name und Heimat: Der Ursprung dieser Sorte ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Von einer Seite wird behauptet, die Sorte hätte eigentlich den NamenFrüheste des Marktes oder auchFrüheste von der Mars, sie sei im Feldzug 70/71 von Frankreich mit nach Guben gekommen und vom Baumschul- besitzer Küpper in Guben alsKüppers Frühkirsche weiter gezogen. Demgegenüber gibt der Baum- schulenbesitzer Ferdinand Winkler in Guben 1889 in Nr. 29 des Praktischen Ratgebers Küpper als den ersten und eigentlichen Züchter der Sorte an. Auch darüber, wie die Reiser dieserKüppers Frühkirsche nach Werder gelangten und dort alsFrüheste der Mark in den Handel gebracht wurde, kann eine sichere Auskunft nicht gegeben werden. Sie führt aber zurzeit keinen anderen als den oben angeführten Namen.

Literatur: Deutsche Obstbauzeitung(D. O. Z.), Jahrgang 1907, Seite 213.

Gestalt: Klein und plattgedrückt, nach dem Stiel etwas zugespitzt, sehr unregelmäßig geformt und beulig; 17 mm hoch, 21 mm breit und 19 mm dick. Stempelpunkt grau, in einem flachen Grübchen.

Stiel:- Ziemlich dünn, meist etwas gekrümmt. 38 43 mm lang, in einer tiefen und weiten Ein- senkung; grün gefärbt, nach der Frucht zu rötlich angehaucht, nach dem Ansatz etwas verdickt. Früchte meist zu zweien hängend.

Haut: Dünnschalig und glänzend, dunkelbraunrot, in voller Reife beinahe schwarz, fein punktiert.

Fleisch: Weich, nicht sehr saftig, ohne Säure und sonstige Würze, gut vom Stein lösend.

Stein: Ziemlich kreisrund, aber plattgedrückt, 9 mm hoch, 8 ½ mm breit und 6 ½ mm dick, fast ohne Spitze. Die Rückennaht ist scharf, dreifach gespalten, die Bauchnaht tritt sichtbar hervor.

Eigenschaften der Frucht.

Als die früheste aller deutschen Kirschen hat die Früheste der Mark in allen Städten sehr schnell Verbreitung gefunden. Sie wird oft genug schon im erst halbreifen Zustand feilgeboten und trotzdem hoch bezahlt. In der Vollreife ist sie fast schwarz gefärbt, aber in diesem Zustand bekommt man sie selten auf den Märkten zus sehen, deshalb ist sie auf der farbigen Beilage auch so gemalt, wie sie im Handel vorkommt.

Im Geschmack ist sie fade, aber das hindert nicht, daß sie trotzdem die höchsten Preise erzielt, weil sie mehrere Tage vor allen anderen Kirschen erscheint. Sobald andere Sorten reif werden, verliert sie ihren Wert. Sie reift einige Tage früher als die Frühe Maiherzkirsche oder Frühe Französische und sie wird daher dieser Sorte vielfach vorgezogen.

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