die, ohne daß ein Zweifel möglich war, zu dem Ergebnis führten, daß der Einfluß der mensch- lichen Handwärme auf die kalte Frucht ihre sehr schnelle Vergänglichkeit herbeiführt. Keine Sorte ist hierfür so empfindlich wie Präsident Drouard“.
Man sollte deshalb die Früchte dieser Sorte vor dem Einlagern im Keller in Seidenpapier einwickeln und beim späteren Verpacken in die Versandkisten Handschuhe anziehen.
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Eigenschaften des Baumes.
In der Jugend besitzt Präsident Drouard ein kräftiges Wachstum. Auch auf Quittenunter- lage veredelt ist der Trieb stark; er bildet an seinem einjährigen Holz wenig Verzweigung. Präsident Drouard macht schöne Stämme mit gleichmäßig im spitzen Winkel abstehenden Kronen- trieben und läßt sich leicht zu regelmäßigen Pyramiden heranziehen. Ihr kräftiger Wuchs läßt jedoch bald deshalb nach, weil der Baum früh mit seiner Tragbarkeit einsetzt und dann ein so dankbarer Träger ist, daß man bald nichts als lauter Fruchtkuchen sieht, aus denen immer wieder neue Fruchtknospen hervorgehen. Das Fruchtholz ist kurz und gedrungen, die großen Blüten- knospen haben eine spitze Form und sind von dunkelbraunen Deckschuppen umschlossen. Das große, breite Blatt mit seiner etwas zurückgebogenen Spitze ist zwar glänzend, aber nicht so dunkelgrün, wie z. B. bei der Napoleons-Butterbirne. Es ist widerstandsfähig und gesund.
Präsident Drouard ist infolge ihrer reichlichen Fruchtholzbildung für strenge Formen ebenso brauchbar wie für Buschkultur, sie bedarf aber für größere Formen, um sich nicht zu früh zu er— schöpfen, Wildlingsunterlage. Für Hochstammpflanzungen kommt sie kaum in Frage. Es ist uns von keinem unserer zahlreichen Mitarbeiter auch nur ein einziger Hochstamm nachgewiesen worden. Von der Abbildung einer Pyramide, die doch nur selten die Eigenart einer Sorte richtig erkennen läßt, haben wir abgesehen.
Statt dessen haben wir ein Blütenbild*) von der Präsident Drouard und der Napoleons-Butter- birne beigegeben, um auf die großen Unterschiede, die bei diesen in vieler Beziehung sonst so ähnlichen Sorten hervortreten, aufmerksam zu machen.
Die Blüte beginnt spät und dauert lange.
An den Boden stellt die Präsident Drouard keine höheren Ansprüche als Winterbirnen über- haupt. Ein sandiger Boden sagt ihr— wenn ihm die erforderlichen Nährstoffe zugeführt werden — mehr zu, als ein schwerer kalter und nasser Lehmboden. Auch die Lage braucht für sie nicht ängstlich geprüft zu werden. Die Sorte bringt noch im Norden unseres Vaterlandes ge- sunde und schmackhafte Früchte überall in reichen Mengen hervor. Sie verdient es, für die weitesten Kreise als Wintersorte empfohlen zu werden.
Schlechte Eigenschaften.
Ganz vereinzelt, so aus Werder a. Hl., Kulmbach und Baden-Baden, wird darüber geklagt, daß Präsident Drouard von Fusikladium befallen wird. Außer der Empfindlichkeit der Früchte beim Versand im reifen Zustand sind keine schlechten Eigenschaften bekannt.
*) Vom nächsten Jahrgang an werden wir möxglichst jeder Sorte ähnliche Blütenbilder beigeben. Die Blüten sind tatsächlich sehr wesentliche Hilfsmittel für die Bestimmung der Obstsorten. Auch von den bereits in„Deutsch- lands Obstsorten“ erschienenen Sorten werden noch Blütenbilder angefertigt und später herausgegeben werden.
J. Müller-Diemitz.


