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Präsident Drouard. (Deutsche Obstbau-Zeitung Jahrg. 1910.)
Reifezeit: Dezember bis Januar.
Name und Heimat: Eine aus Frankreich stammende und von Louis Leroy in Angers in den Handel gebrachte Züchtung, die ausschließlich unter diesem einen Namen verbreitet ist.
Gestalt. Groß, auch sehr groß, 80— 100 mm lang und 70— 80 mm breit. Glockenförmig, mit meist starker Einschnürung im oberen Drittel der Frucht, oder auch kurz gedrungen, nach dem Stil hin gleich- mäßig verjüngt und stumpfkegelförmig abgeschnitten. Nach dem Kelch hin flach abgerundet. Quer- schnitt in der Regel kreisrund, oft auch kantig.
Kelch? Klein und offen, Kelchblättchen oft unvollkommen erhalten, sonst lang- und spitzblättrig, hornartig verdickt, mit wolligem UÜberzug. Kelcheinsenkung weit und tief, zumeist regelmäßig, oft aber von breiten Rippen eingefaßt, die sich über die halbe Frucht hinziehen.
Stiel. Dick und holzig, am Grunde grün gefärbt, 15 bis 25 mm lang. Bei regelmäßig gebauten Früchten in einer weiten und tiefen Einsenkung und aufrecht stehend, oft aber flach, oben oder seitlich angesteckt.
Schale: Sehr dünn, glänzend hellgrün, mit zunehmender Reife ins Gelblich-grüne bis Gelbe über- gehend, fein hellbraun punktiert, mit ganz vereinzelten, kleinen Rostfiguren.
Fleisch: Gelblichweiß, fast schmelzend und saftig, wenn die Bodenverhältnisse ihr zusagen, sonst ums Kernhaus herum etwas steinig, von süßem und etwas gewürztem Geschmack.
Kernhaus: Mittelgroß, nicht stark hervortretend. Kammern klein, mit platten und sehr lang zuge- spitzten, vollkommenen Kernen gefüllt. Achse fast geschlossen.
Eigenschaften der Frucht.
Präsident Drouard ist eine durch ihre Größe und Haltbarkeit ausgezeichnete und sehr be- achtenswerte Handelsfrucht. In ihrer Form und Farbe ist sie der Napoleons-Butterbirne zum Verwechseln ähnlich. Letztere ist zwar feiner im Geschmack, aber in der Hauptsache entscheidet in Zweifelfällen allein die Reifezeit darüber, welche von beiden Sorten man vor sich hat. Wenn die Bäume geschützt stehen, kann man die Früchte bis zur vollen Baumreife hängen lassen; sie hängen leidlich fest, nur ihr Gewicht veranlaßt dort, wo sie dem Winde ausgesetzt sind, ein zu frühzeitiges Abfallen. Nicht überall und nicht in allen Jahren ist sie eine schmelzende Butter- birne. Herr Böttner-Frankfurt sagt:„Die Frucht wird nur unter günstigen Verhältnissen edel“ und Herr Wiesner-Nauheim berichtet:„Für Oberhessen hat sie nur als Zwergbaum und Spalier Wert“. Es wird häufig an die Winterbirnen der gleiche Maßstab angelegt wie an die in ihrem Wohlgeschmack unübertroffenen, edlen Herbstbirnen. Dies führt sehr oft zu widersprechenden Urteilen. Es gibt keine Sorte, die allenthalben gleich gut schmeckt. Sehr empfindlich ist die Frucht beim Versand. Freih. v. Solemacher-Bonn schreibt:„Da die Haut sehr dünn, darf Prä- sident Drouard nicht kurz vor der Reifezeit versandt werden. Die Berührung der Früchte in einem kühlen Lagerraum läßt jeden Daumenabdruck als schwarzen Fleck erkennen, wenn die Frucht nach dieser Berührung zum Versand kommt. Ich habe praktische Versuche angestellt,
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