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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Baronsbirne. (IlI. Handb. Nr. 256.)

Reifezeit: Dezember bis April.

Name und Heimat: Diel erhielt Edelreiser dieser Sorte aus Groningen; er gab ihr zum Unter schied von einer ihm noch bekannten Sommer-Baronsbirne den Zusatz:Winter-Baronpear. In Holland finden sich auch die ersten Aufzeichnungen über die Baronsbirne. In Deutschland ist sie nur unter dem NamenBaronsbirne bekannt. In Frankreich nennt man sieBaron d'hiver.

Gestalt.: Mittelgroß bis groß, 80 100 mm lang und 6575 mm breit, von schöner Birnenform. Der größte Durchmesser liegt fast in der Mitte, nach dem Kelch hin fällt die Frucht konisch ab, nach dem Stiel zu ist sie leicht eingeschnürt. Kelch und Stieleinsenkung treten nicht merklich hervor. Quer- schnitt unregelmäßig infolge von Rippen, die vom Kelch bis zur Mitte der Frucht sich erstrecken.

Kelch: Offen, aus kurzen, hornartig festen und nach innen geneigten Kelchblättchen bestehend, die von kleinen Falten umgeben sind, fast in gleicher Ebene mit der Frucht oder in ganz flacher Ver- tiefung, mitunter auch unmittelbar vorstehend.

Stiel: Lang und dick, 30 40 mm messend, ziemlich gerade oder ein wenig gebogen. Der Stiel sitzt oben auf der Frucht auf, er ist mit einer Fleischwulst umgeben, wie bei der mittleren Frucht der Farbentafel, oder er ist in eine flache Vertiefung eingesenkt.

Schale: Mattgrün, später gelbgrün bis grünlich-gelb mit schwachem, rötlich verwaschenem Anflug auf der Sonnenseite. Eine große Zahl von feinen Punkten, die auf der Sonnenseite deutlicher hervor- treten und mit rötlichem Hofe umgeben sind, sowie mitunter vereinzelte Rostfiguren sind über die ganze Frucht zerstreut.

Fleisch: Gelblich-weiß und grobkörnig, roh ungenießbar, gekocht sehr gut, vorwiegend süß schmeckend.

Kernhaus: Nicht groß, lang-eiförmig und hohlachsig. Kammern recht ungleich, je nachdem ob vollkommene oder unvollkommene Kerne darin enthalten sind. Dies zeigt der Querschnitt der Farben- tafel. Kerne meist zu zweien aneinanderliegend; sie sind auf der einen Seite ganz flach und gleich- mäßig zugespitzt.

Eigenschaften der Frucht.

Die Baronsbirne wetteifert mit dem Katzenkopf um den Rang der haltbarsten und besten Kochbirne, sie hat aber bei weitem nicht die allgemeine Verbreitung gefunden, wie jene. In Süd- deutschland ist sie z. B. nur ganz vereinzelt angepflanzt; in Nord- und Mitteldeutschland wird sie um so mehr geschätzt. Ihren Wert als Kochbirne könnte man fast mit den gleichen Ausdrücken schildern wie es beim Katzenkopf geschehen ist. In der Größe der Frucht steht sie gegen diese etwas zurück, dafür hängt sie etwas fester am Baum. Man sollte sie auch so spät wie möglich ernten, damit sie auf dem Lager nicht schrumpft, was anderenfalls mit- unter vorkommt.

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