Esperens Herrenbirne. (IlI. Handb. Nr. 193). Reifezeit: September bis Oktober.
Name und Heimat: Ihre Heimat läßt sich nicht mit Sicherheit nachweisen. Nach Bivort soll sie von Major Esperen zu Mecheln gezogen sein. Unter dem Namen„Seigneur d'Esperen“,„Bergamotte lucrative“,„Fondante d'automne“ ist sie in Belgien, Frankreich und auch in Amerika bekannt. In Deutschland führt sie vereinzelt die Bezeichnung„Oberdieck's Butterbirne“. Zumeist ist sie unter dem Namen„Esperens Herrenbirne“ verbreitet.
Gestalt: Klein bis mittelgroß, 60— 70 mm lang und fast ebenso breit, kreisel- oder kegelförmig, nach dem Stiel hin ziemlich spitz und gleichmäßig verlaufend, mitunter im oberen Drittel ein wenig ein- geschnürt, nach dem Kelch zu flach gewölbt.
Kelch: Offen, aber verhältnismäßig klein, in einer flachen, weiten Einsenkung. Die fast schwarzen, harten Kelchblättchen sind meist verkümmert oder dünn zugespitzt, am Grunde breit.
Stiel- Kurz und ziemlich dick, 10— 17 mm lang, wie eingesteckt oder auch von der Frucht aus verlaufend und öfters mit einer Fleischwulst umgeben.
Schale: Im baumreifen Zustand gelblich-grün, später grünlich-gelb, fast ohne Röte, aber fein punk- tiert und mit Rostfiguren versehen.
Fleisch: Weiß, mit schwach-grünlichem Schimmer; schmelzend, wenn aus guten Birnenlagen stammend, sonst feinkörnig; äußerst süß und köstlich gewürzt, an schöne Bergamotten erinnernd.
Kernhaus: Breit, durch feine Körnchen nur angedeutet, Kammern eng und von länglich zuge— spitzten, dunkelbraunen Kernen vollständig ausgefüllt.
Eigenschaften der Frucht.
Unter den frühen Herbstbirnen zeichnet sich die Esperens Herrenbirne durch ihr köstliches Aroma aus, und sie ist dadurch in Liebhaberkreisen allgemein und mit Recht als Tafelbirne hoch- geschätzt. Als Handelsfrucht ist sie zu klein, und außerdem reift sie zu einer Zeit, zu der der Markt überreich mit schönen Birnen verschiedener Sorten beschickt ist. Die Frucht hat auch keine für die Käufer verlockende Farbe; sie wird in manchen Lagen vom Fusikladium befallen. Anfangs September, zur Zeit der Baumreife, geerntet, hält sie sich meistens bis Mitte oder Ende Oktober frisch, läßt sich aber im vollreifen Zustand nicht mehr gut versenden. Sie sitzt fest am Baum, und der Baum bedarf deshalb keines Standortes, der gegen Winde besonders geschütat ist.
Eigenschaften des Baumes.
Esperens Herrenbirne ist zwar keine der starkwachsenden Birnensorten, in der Baumschule bildet sie aber doch gute Stämme, die allerdings an der Spitze fast ebenso stark sind wie über der Erde.
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