Der Strauch ist lichtkronig, wächst in etwas feuchtem, nahrhaftem Gartenboden ziemlich kräftig, ist dagegen im Alter und in magerem, trockenem Boden nur schwachtriebig, verlangt bei all- jährlichem Schnitt reichliche Düngung und gedeiht in Haus- und geschützten Obstgärten noch gut im lichten Schatten hochstämmiger Obstbäume. Die Zweige sind schlank, abstehend, an jungen Pflanzen oft gebogen, fast gleichzeitig mit„Rote Versailler“ austreibend und blühend; Blätter rund- lich, auch eirundlich, drei- bis fünflappig, untere Lappen meist kurz, einfach auch doppelt gesägt, an kräftigen Trieben nicht selten mit längeren, zugespitzten Abschnitten, im Vorsommer unter- brochen und schmal hellgelb umsäumt, oberseits ebenso gefleckt; Blütentraube locker, bis 20- und mehrblütig; Blüte grünlichgelb, größer als die der„Rote und Weiße Versailler“ und„Weiße aus Verrières“, gleichzeitig blühend mit„Gondouin“ und„Weiße aus Bar le Duc“, langsam abblühend; Kelchbecher flachbeckenförmig, Ringwall hellgrün, Kelchzipfel breitspatelig.
Fruchttraube mittellang bis lang, Umrißlinie mitunter flaschenförmig, fast immer vollbeerig; Beere groß bis sehr groß, gelblich, durchsichtig, mit 5— 6 kleinen Samen; in der Vollreife gegen anhaltend nasse und kühle Witterung empfindlich und dann wie die anderen weißen Johannis— beeren leicht faulend.
Sehir angenehm mild, Säuregehalt fast regelmäßig 0,5— 1% niedriger als bei„Rote Versailler“ bezw.„Rote Holländische“, vortrefflich zum Rohgenuß und für feine Konserven. Der aus ihren Beeren allein bereitete Wein färbt sich im Alter bräunlich und ähnelt im Geschmack feurigen Südweinen.
Sofern sie ihre Wachstumsbedingungen findet, ist die„Weiße Holländische“ einer der ein-— träglichsten Beerensträucher, deren Früchte am Markte sehr gesucht sind.


