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Die„Schöne von St. Gilles“ wächst erheblich stärker als„Rote Versailler“, ist jedoch bei weitem nicht so fruchtbar wie diese.
Die„Rote Kirschjohannisbeere“, d. h. die Form, welche 1845 von Alfred Topf-Erfurt aus Frankreich direkt bezogen in meine Sammlung kam, hat mittelgroße, also kleinere Beeren als „Rote Versailler“, auch ihr Wuchs ist schwächer als der der„Roten Versailler“.
Die ebenfalls zu diesem Sortenkreis gehörigen„Große rote von Boulogne“,„Fruchtbare“ und„Kaiserliche rote“ besitzen ebenfalls keine besonderen wirtschaftlichen Eigenschaften im Vergleich mit der„Roten Versailler“.
Also alles in allem: keine von den genannten Varietäten erreicht die„Rote Versailler“ in der Gleichmäßigkeit und Fülle des Behangs, in der Güte ihrer Beeren, weshalb sie auch der Deutsche Pomologen-Verein 1896 zum allgemeinen Anbau empfohlen hat. Die„Rote Versailler“ ist nach dem IIlustrierten Handbuch eine Bertin'sche Züchtung und wurde von Decaisne im„Jardin fruitier“ 21. Lieferung sehr charakteristisch abgebildet und auch beschrieben. Von den verbreitetsten Synonymen seien genannt:„Rote Kirsch“,„Puchra“,„Fox new red“ u. S. W.
Strauch kräftig und aufrecht wachsend, dauerhaft und sehr fruchtbar, leidet aber in trockenen Lagen durch die Blattfallkrankheit. Kurze Fruchttriebe oft ohne Endknospen. Zum Anbau in Hausgärten und etwas geschützten Obstgärten mit nicht zu trockenem Boden. Blätter rundlich, auch herzförmig, drei- bis fünflappig, Lappen breit, ziemlich stumpf, einfach auch doppelkerbig gesägt. Blütentraube 12— 18 blütig, Blütezeit früh, fast gleichzeitig mit„Weiße Holländische“ aber später als„Fays prolific“, rasch verlaufend; Blüten gelblichgrün, flachbeckenförmig; Kelchzipfel breitspatelig, nebst dem Ringwall im Abblühen schwach rotbraun überlaufen.
Fruchttraube lang, locker, meist vollbeerig(10— 15 beerig). Beere leuchtend dunkelrot, groß bis sehr groß, Samen schwach durchscheinend, 6—7 in einer Beere, etwas größer als die der »Weiße Holländische“. Reift früh und gleichmäßig.
Sehr angenehm, mit milder Säure, besonders geschätzt zur Herstellung dunkelroter Johannis- beerkonserven jeglicher Art; aber auch vortrefflich zum Rohgenuß; stets begehrte Marktfrucht.


