Grüne Flaschenbeere. D. P. V. 1896.
(Green willow, Johnson.)
Die„Grüne Flaschenbeere“ ist wegen der eigenartigen Form und Farbe ihrer Früchte unzweifelhaft eine der wirtschaftlich wertvollsten Stachelbeeren. Die Konservenfabriken verarbeiten ihre langen, grünen Beeren hauptsächlich zu sogenannten Belagfrüchten für feinere Konditorei- zwecke. Für diese werden die Beeren alljährlich in großen Massen benötigt. Die Sorte findet sich nicht selten in unseren Gärten, man findet in neuerer Zeit aber auch größere Anlagen von ihr. Die stetig starke Nachfrage aus Rußland nach Sträuchern der„Grüne Flaschenbeere“ beweist, daß sie auch dort bekannt ist und viel angepflanzt wird. Die älteste Beschreibung der„Grüne Flaschenbeere“ enthält Christs Handbuch 1817, S. 811. Im Jahre 1850 kam die Sorte von Pansner in meine Sammlung und im Jahre 1896 empfahl sie der Deutsche Pomologenverein zum all- gemeinen Anbau als eine der besten Beeren zum Ganzeinmachen.
Strauch sehr stark wachsend, dichtkronig, dauerhaft, außerordentlich fruchtbar, für Haus- und Obstgärten, auch für Anpflanzungen in freien Lagen; Zweige abstehend, Spitzen unbewehrt, etwas überhängend, noch an älteren Pflanzen sehr oft vorzeitige Blätter und Triebe entwickelnd; Stacheln meist einteilig, kräftig, lang, häufig abwärts gerichtet; Blätter eirundlich, etwas herzförmig, drei- bis fünflappig, dunkelgrün.
Beere groß bis sehr groß, meist birnförmig, auch elliptisch, selten rundlich; Schale dünn, nur am Stiele bisweilen etwas dick, wenig durchsichtig, gleichmäßig dunkelgrün, kahl, nur am Kelch und Stielchen zerstreut flaumig; Adern verzweigt, hellgrün, später mit einem gelblichen Schein und rotbraunen Punkten und Flecken; Atmungsflecken klein, nicht zahlreich, weißlich; Kelch unvollständig, auch geschlossen; Stiel und Stielchen meist gleichlang, Stielchen oft in die Frucht übergehend; Reifezeit zwischen mittelfrüh und spät.
Zuerst süß, dann feinsäuerlich.
Zum Rohgenuß und, wie schon bemerkt, für bestimmte Konservenzwecke hochgeschätzt und auf dem Markt gesucht.
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