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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Weiße volltragende.

D. P. V. 1896.

(Shannon, Hopley.)

DieWeiße volltragende ist eine in Deutschland schon lange bekannte, überall geschätzte Stachelbeere englischer Züchtung. Der deutsche Pomologenverein empfahl sie zweimal zum allgemeinen Anbau und zwar im Jahre 1860 in Berlin und 1896 in Cassel. Die hervorragendste Eigenschaft der Sorte ist die außerordentliche Fruchtbarkeit ihres Strauches, welcher unter gün- stigen Wachstumsbedingungen stets mit dichten Massen fast gleich großer Beeren behangen ist. Schon im Jahre 1850 kam die Sorte aus der Pansnerschen Sammlung in die meinige.

Strauch kräftig, gedrungen, dauerhaft, für Haus- und geschützte Obstgärten mit etwas feuchtem, nahrhaften Boden; Zweige abstehend, Rinde an mehrjährigen Asten eigenartig hellrotbraun; Stacheln meist einteilig, mittellang, z. T. abwärts gerichtet; Blätter rundlich, fünf- und spitzlappig, am Grunde abgestutzt, bisweilen seicht herzförmig.

Beere groß bis sehr groß, rundlich, auch elliptisch; Schale dünn, Samen durchscheinend, weiß und graugrün mit gelblichem Schein, am Stielchen hellgrün, über den Adern oft streifig karminrot, fast kahl, nur am Kelch und Stielchen zerstreut flaumig; Adern verzweigt, weiß mit grünem Anflug; Atmungsflecken zahlreich, klein, weiß mit grünem Hof; Kelch unvollständig, auch halboffen, selten geschlossen; Stiel und Stielchen gleichlang, auch 1: 2, Stiel bisweilen fehlend; Reifezeit mittelfrüh.

Süß, fast ohne Säure; saftreiche, ungemein wohlschmeckende Frucht.

Auffallend schöne und edle Tafelfrucht, für den Markt und alle wirtschaftlichen Zwecke gleich gut verwertbar.