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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Früheste gelbe.

D. P. V. 1896.

(YVellow lion, Ward.)

Diese wegen ihrer vortrefflichen, wirtschaftlichen Eigenschaften hochgeschätzte alte englische Stachelbeere ist eine der wenigen Sorten, welche auch in Deutschland eine allgemeine Verbreitung gefunden haben. Früher wurde sie von unseren BeerenzüchternVellow lion, auchGelber Löwe genannt. In England, wo sie ebenfalls viel angebaut wird, heißt sie:Early Sulphur. Seit 1847 befindet sich dieFrüheste gelbe in meiner Sammlung. Im Laufe der Zeit erhielt ich die Sorte auch unter folgenden Namen:Gelbe Honigbeere,Allerfrüheste gelbe,Frühe rauhe gelbe,Vellow Ball« und aus Holland alsRuige gele. Ihre englischen Synonyme sind: Golden Ball,Golden Bull undMoss's seedling. Der Deutsche Pomologenverein hat die Früheste gelbe im Jahre 1896 zum allgemeinen Anbau empfohlen.

Strauch sehr kräftig wachsend, außerordentlich fruchtbar, große, dichte, dauerhafte Sträucher bildend, besonders zur Anzucht von Stachelbeerhecken geeignet, in Gärten, aber auch in freien und hohen Lagen gut gedeihend und in letzteren seine Früchte noch sicher reifend. Zweige aufrecht, untere Stengelglieder zerstreut stachelborstig; Stacheln stark, bis 15 mm lang, dreiteilig, an der Spitze der Triebe oft zweiteilig, selten einfach; Blätter rundlich, 3- bis 5 stumpflappig, oberseits dichtflaumig.

Beere klein, nur selten mittelgroß, rundlich, auch elliptisch, bisweilen eiförmig, von auf- fallend gleichmäßiger Entwickelung; Schale dünn, durchscheinend, mattgoldgelb, ungewöhnlich dicht und lang drüsenborstig, auch flaumig; Adern hellgelb, am Stiel hellgrün; Atmungsflecken klein, weißlich; Kelch hellbraun, geschlossen, auch halboffen, seltener unvollständig; Stiel und Stielchen gleichlang; sehr frühreifend.

Frucht süß, schwach weinsäuerlich, von feinem Aprikosenaroma; hält sich selbst in der Voll- reife noch lange Zeit genießbar am Strauche, ohne, wie viele andere Sorten, rasch in Gärung überzugehen.

Das Urteil über den Wert der Sorte ist in England ein merkwürdig geteiltes: so schätzen manche sie nicht höher als mittelgut, und selbst der bekannte Pomologe Hogg spricht ihr nur den zweiten Rang zu, nimmt sie aber trotzdem gleichzeitig in eine Auswahl besonders wohl- schmeckender Stachelbeeren auf. Das erstere ist zweifellos ein Irrtum, das Ganze aber ein Bei- spiel dafür, daß man es selbst in England nicht sehr streng mit der Beurteilung der Beeren nimmt.

Die schöne, stets gesuchte Marktfrucht wird ebensowohl zum Rohgenuß wie zur Wein- bereitung verwendet und für letzteren Zweck hoch geschätzt.

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