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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Sämling von Maurer.

Heinrich Maurer.

Diese sehr ansehnliche Stachelbeere findet sich in Deutschland ziemlich verbreitet und oft in größeren Anlagen angebaut. Sie wurde vor ungefähr 60 Jahren von Heinrich Maurer in Jena gezüchtet. ImIllustrierten Handbuch sind drei derSämling von Maurer ähnliche Sorten beschrieben, nämlich: Queen Mab, Williamson ¹), Keens seedling ²) und Emperor, Smith ³). Die erste Queen Mab hat einen nicht so kräftigen, aber dichteren Wuchs als Sämling von Maurer, die zweite trägt stets größere Beeren, ist aber nicht so fruchtbar, und die Früchte der dritten sind fast immer rundlicher und etwas früher reif, der Strauch trägt weniger reich. Sämling von Maurer ist nach meinen Beobachtungen von diesen vier Sorten, die für den Anbau beste und empfehlenswerteste. Als Synonyme für Sämling von Maurer hat W. Dürrkop 1897 in den Pomolog. Monatsheften S. 212, die vor etwa 15 Jahren von norddeutschen Baumschulen geführte Sorte: Queen of Queens, Ad Koch nachgewiesen. Zwei englische zur Gruppe dieser Sorte gehörige, indes durchaus selbständige Formen sind: Forester, Etchell und Ironsides. Der Deutsche Pomo- logenverein empfahl 1896 Sämling von Maurer zum allgemeinen Anbau.

Strauch sehr kräftig wachsend, lichtkronig, dauerhaft, reichtragend, für Haus- und Obstgärten, unter günstigen Bodenverhältnissen erfahrungsgemäß auch in freien Lagen gut gedeihend; Zweige abstehend, schlank, an den Spitzen fast unbewehrt, untere Stengelglieder stachelborstig; Stacheln einfach, lang, z. T. abwärts gerichtet; Winterknospen der Langtriebe kräftig. Blätter rundlich herz- förmig, drei- auch fünfspitzlappig.

Beere groß bis sehr groß, in der Form veränderlich, meist elliptisch, auch rundlich, seltener birnförmig, oft schief, am Stiel und Kelch meist abgeplattet; Hauptadern am Stielchen flach versenkt; Schale dünn, nur am Stielchen etwas dick, auf gelblichem Grunde hellrot marmoriert, später gleichmäßig dunkelpurpurrot und mit einzelnen schwarzen Flecken, zerstreut kurzflaumig und ziemlich dicht langdrüsènborstig; Adern gelblichrot, zur Zeit der Reife kaum noch sichtbar; Atmungsflecken groß, locker gereiht, meist rund, hellgrau; Kelch unvollständig, auch geschlossen, seltener halboffen; Stiel und Stielchen bis 31 mm, meist gleichlang, Vorblatt am Stiel mitunter zu einem Laubblatt umgewandelt; Reifezeit früh.

Frucht aromatisch, süß mit feiner Säure; Fruchtfleisch unter der Schale rotgelb; zum Rohgenuß und zum Einkochen. Der Saft hat reichen Gehalt an Extraktivstoffen und eignet sich deshalb vortrefflich zur Weinbereitung. Die Frucht verträgt den Versand schadlos und wird am Markte gern gekauft.

¹) Nach Pansners Monographie Queen Mab, Hague.

2) Der Name Keens seedling ist irrtümlich, da unter diesem schon 1842 von Rob. Thompson eine ganz andere rote, mittelgroße, frühreifende, elliptische Sorte beschrieben wurde, deren Strauch mittelgroß und sehr lang bestengelt ist.

³) Emperor, Smith kannte Pansner nicht, meine Pflanze stammte aus Frauendorf.

ſo