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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Königlicher Kurzstiel.

Reifezeit: Dezember bis April.

Name und Heimat: Die Heimat des Königlichen Kurzstiel ist wahrscheinlich Holland. Dort, sowie hauptsächlich in Belgien und Frankreich, in England und Amerika ist er alsCourt-Pendu royal oder C.-P. rouge royal verbreitet. In Deutschland führt er meist den obigen Namen. In Nassau und Baden heißt er auchRingapfel undKäsapfel, in OstfrieslandKäske(die plattdeutsche Verkleinerungsform von Käse).

Gestalt: Auffallend platt gedrückt, käseförmig, mittelgroß bis klein, 4 ½ 5 cm hoch und 6 7 ½ cm breit. Der größte Breitedurchmesser liegt fast in der Mitte, nach oben und unten gleichmäßig flach ab- gerundet, fast ohne jegliche Unebenheit. Querschnitt rund.

. Kelch.: Offen, mit breiten, am Grunde getrennten Kelchblättern, die einen graubraunen, wolligen Uberzug haben und an der Spitze etwas zurückgeschlagen sind. Kelcheinsenkung tief und sehr weit, schüsselförmig, meist ganz eben, zuweilen von ganz feinen Falten umgeben.

Stiel: Holzig, dick und kurz, selten über die tiefe, nicht berostete Stielhnöhle hervorschauend.

Schale: Rauh und mattglänzend, an baumreifen Früchten düstergrün, später tiefgelb, aber nicht leuchtend, in der oberen Hälfte und an der Sonnenseite ziemlich stark rot verwaschen und gestreift. Große hellbraune Punkte treten namentlich in den rot verwaschenen Teilen deutlich hervor. Welkt Sehr Stark.

Ffleisch. Gelblich, fast abknackend, nicht besonders saftig, aber eigenartig, angenehm gewürzt, bei voller Reife reichlich süß.

Kerhnhaus: Klein, ein ganz wenig hohlachsig. Kammern auffallend eng und meist ganz mit je 2 vollkommenen, dunkelbraunen Kernen ausgefüllt.

Eigenschaften b der Frucht.

Der Königliche Kurzstiel gehört zu den spätesten Wintersorten und wird als edler Tafel apfel ganz besonders in der Rheingegend geschätzt und hoch bezahlt. Köln, Bonn und Frank- furt a. M. sind die Hauptplätze für den Absatz dieses Apfels. Als baumreife Frucht ist er etwas unansehnlich und besitzt infolge seiner kleinen Gestalt auch nicht Eigenschaften, die ihn für die heutigen Ansprüche als besonders marktfähig bezeichnen können. Man sollte den Verkauf da- her solange hinausschieben, bis die Schale ihre freundlichen Farben hervortreten läßt. Das ist im Frühjahr der Fall. Für den Züchter des Obstes bedeutet diese lange Aufbewahrung aber insofern ein gewisses Wagnis, als die Früchte außerordentlich leicht welken und dadurch nicht nur an Gewicht verlieren, sondern in schrumpflicher Gestalt schwer verkäuflich sind. Der Obst- züchter sucht sich dieser Unsicherheit dadurch zu entziehen, daß er dem Käufer die Aufbewahrung überläßt. Vermehrt wird das Welken der Früchte durch die seitens der Obstpächter meist viel zu früh vorgenommene Ernte. Der Kurzstiel sollte bis Ende Oktober und solange wie nur möglich am Baum bleiben und nach der Ernte gleich in Torfmull eingeschichtet werden; nur so hat man Aussicht, die Früchte bis ins späte Frühjahr hinein frisch zu erhalten. Sie sitzen fest, solange es dem Baum nicht an Bodenfeuchtigkeit gebricht.

Zum Kochen, Dörren und auch zur Weinbereitung eignet sich der Kurzstiel gleich gut. Oberall tritt sSeine feine Würze sehr angenehm hervor. Bei der Verwendung zu Apfelwein ist aber die Ausbeute ziemlich gering.

Es gibt vom Königlichen Kurzstiel folgende Abarten:

1. grüner Kurzstiel(Court-Pendu vert)

2. grauer 3( FI8)

3. roter.( 10llge)

4. königl. 9( royal oder double) 5.( fegéneré),