Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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heit hat, in Obst- und Gartenanlagen hineinzuschauen, in denen die Formbäume in ihrer Behand- lung infolge des häufigen Gärtnerwechsels und aus Unkenntnis einen verwahrlosten Eindruck machen, der wird sich über Parkers Pepping freuen, der stets guten Fruchtansatz bildet, gleich- viel ob recht, ob schlecht geschnitten wurde. Seine Leittriebe sind fast immer in ihrer ganzen Länge mit kurzem Fruchtholz besetzt. Für den wagerechten Schnurbaum, dessen Behandlung dem Laien immer die größten Schwierigkeiten macht, ist Parkers Pepping eine der empfehlens- wertesten Sorten.

Das Textbild zeigt ein blühendes Spalier dieser Sorte aus dem Provinzial-Obstgarten in Diemitz, das fast alljährlich auch dann mit Blüten besetzt ist, wenn andere Sorten ausruhen, um neue Kräfte zu sammeln. Schon in frühester Jugend setzt die Tragbarkeit ein und wieder- holt sich regelmäßig bis zur Erschöpfung des Baumes. Bei dieser Neigung zum überreichen Fruchtansatz verlangt der Baum allerdings auch reichliche Nahrungszufuhr. Wer ihn auf nahr- reichen Lehmboden pflanzen kann, tut wohl daran. Bei günstigen Wasserverhältnissen des Bo- dens wird die Sorte auch unter weniger günstigen Bodenverhältnissen noch lohnend sein. In zu trockenem Boden hingegen erschöpft sie sich frühzeitig, und sie versagt dort auch in der genügen- den Entwicklung ihrer Früchte zu einer ansehnlichen Marktware. Auch für hohe Lagen, sofern nur der Boden nahrhaft ist, bleibt Parkers Pepping noch sehr brauchbar. Herr Baumschulenbesitzer Rosenthal-Rötha berichtet, daß er in seiner Nähe sogar eine Straßenpflanzung von Parkers Pep- ping seit einer Reihe von Jahren beobachtet habe, die alljährlich überaus reiche Ernten von prächtig entwickelten Früchten liefere. Im allgemeinen gehört der Parkers Pepping sonst wohl mehr in den Garten des Liebhabers, in dem ihm reichliche Pflege durch Bodenlockerung, Be- wässerung und Düngung zu Teil werden kann.

Für die Beilage wurde ein Baum in den Freiherrlich v. Friesenschen Obstanlagen in Rötha photographiert, der in der Nähe der dortigen Obstweinschenke seinen Standort hat.

Die Blütezeit beginnt nicht sehr früh und ist von kurzer Dauer.

Schlechte Eigenschaften.

Die Frucht des Parkers Pepping bleibt oft zu klein. In manchen Jahren platzt sie auch.