Champagner-Renette.
Reifezeit: Dezember bis in den Sommer hinein.
Name und Heimat: Die Champagner-Renette ist eine namentlich in Süddeutschland, Hessen- Nassau und am Rhein weitverbreitete Obstsorte, die in Hessen und Württemberg den Namen„Käsapfel“, in Baden„Wachsrenette“,„Zwiebelapfel“,„Herrenapfel“ und„Schätzler“, im Elsaß„Glattapfel“, in Württemberg„Loskrieger“,„Jahrapfel“ und„Zweijährling“ und am Bodensee„Goldgranater“ genannt wird.
Gestalt: Plattgebauter, nach dem Kelch zu abgerundeter, nach dem Stiel hin gleichmäßig abgeflachter, kleiner bis mittelgrosser Apfel von 4 ½— 5 cm Höhe und 6—7 em Breite. Die obere Hälfte läßt die vom Kelch ausgehenden Rippen oder Fleischfalten deutlich hervortreten. Mitunter verlängern sich diese Unebenheiten bis über die Mitte hinaus. Eine Rippe tritt manchmal stärker wie eine Naht hervor.
Kelch- Fast ganz geschlossen, in breiter und flacher, von vielen Falten umgebener Einsenkung. Die spitzen Kelchblättchen sind am Grunde ein wenig getrennt und mit grünwolligem Flaum überzogen.
Stiel: Ziemlich dünn und holzig, 1 ½— 2 cm lang, in weiter und ziemlich tiefer, von zartem Rost stralllig bedeckter Stielhöhle.
Schale: Glatt und geschmeidig, anfangs grüngelb, später wachsgelb, auf der Sonnenseite bei ein- zelnen Früchten zart rosa abgetönt. Feine bräunliche Punkte oder hellere Tupfen, die sparsam über die Frucht verteilt sind, treten kaum merklich hervor. Rostflecken sind auch selten vorhanden.
Fleisch: Ziemlich fest, dabei saftig, von weißlicher Farbe und weinsäuerlichem, erfrischendem Ge- schmack. Die vorherrschende Säure verliert sich auf dem Lager gegen das Frühjahr hin. Besondere Würze ist nicht vorhanden.
Kernhaus: Hohlachsig, durch grüne Adern im Fruchtfleisch abgehoben. Kammern im Querschnitt ziemlich breit, mit je 2 vollkommenen, dunkelbraunen Kernen gefüllt.
Eigenschaften der Frucht.
Die außerordentlich lange Haltbarkeit der Champagner-Renette, die sich hinzieht, bis es neue Apfel gibt, hat ihr zu einer weiten Verbreitung verholfen. Dabei bleiben die Früchte, wenn sie nicht vor Mitte Oktober geerntet werden, frisch, straff in der Schale und saftig im Fleisch. Zur Hauptzeit der Obstmärkte im Herbst besitzt sie zu viel Säure, um als Tafelapfel dienen zu können. Sobald aber die Hauptsorten verbraucht sind, und die Ansprüche bescheidener werden, begnügt sich gar mancher mit dieser Sorte.
Der Name„Champagner-Renette“ ist unglücklich gewählt, der Geschmack erinnert auch nicht im entferntesten an das Erfrischende und Prickelnde, das dem gleichnamigen Getränk eigen ist.
In ihrem Ausseren bietet die Frucht nichts Anziehendes. Die fast einfarbig weißgelbe Schale und die plattgedrückte Form üben keinerlei Reiz auf die Käufer aus, zumal die Apfel in der Regel ziemlich klein bleiben. Trotzdem sind sie aber auf den rheinischen und süddeutschen Frühjahrs- märkten sehr begehrt. Man kennt dort eben ihre Dauerhaftigkeit und weiß auch, daß die Früchte sich in der Küche sehr gut verwerten lassen. Auch für die Herstellung von Apfelwein
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