Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Auch im Kronenaufbau hat der Kaiser Wilhelm viel mit der Harberts Renette gemein, nur ist die Astbildung noch etwas stärker und straffer und das Fruchtholz kürzer. Das kurze Fruchtholz ist an einem blühenden Buschbaum aus dem Provinzial-Obstgarten in Diemitz, welcher als Textbild eingefügt ist, zu erkennen. Allerdings ist hierbei mehrere Jahre der Fruchtholz- schnitt angewendet, der das natürliche Wachstum beeinflußt hat.

Das zweite Textbild zeigt eine prächtige Allee dieser Sorte aus den J. C. Schmidtschen Obstanlagen in Erfurt, aus welcher ein Baum zur Herstellung der Beilage noch besonders photographiert wurde. Es sei aber ausdrücklich hervorgehoben, daß der Kaiser Wilhelm mit seinen Asten nicht immer so breit auslegt, sondern oft hochkugelige Form annimmt. Dadurch ist er als äußerst wertvoll für Straßenpflanzung gekennzeichnet. Er verdient hierfür grõßere Beachtung, als ihm bisher zuteil geworden ist.

Schwerer Lehmboden wird die kräftigsten und gesundesten Bäume liefern. Der Kaiser Wilhelm begnügt sich aber auch mit weniger guten Verhältnissen. In dem trockenen Diemitzer Boden mit sandigem, kiesigen Untergrund hat er sich bisher als sehr genügsam erwiesen. Auch für Höhenlagen eignet er sich. Seine Früchte bekommen dort eine prächtige Färbung.

Sein festes Blatt macht ihn unempfänglich gegen Pilzbefall. Seine Blüte bricht spät auf und ist von langer Dauer. Er wird am besten als Hoch- oder Halbhochstamm angebaut.

Schlechte Eigenschaften.

Außer der spät eintretenden Tragbarkeit ist kaum etwas anzuführen. Aus dem Kreise Zeitz wird geklagt, daß der Kaiser Wilhelm stippig wird, und von anderer Seite wird die Frostempfindlichkeit der Blüte hervorgehoben.

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