Harberts Renette.
Reifezeit: Dezember bis Februar.
Nameèe und Heimat: Die Harberts Renette ist eine alte, in den 30 er Jahren des 19. Jahrhunderts vom Landpfennigmeister Harbert in dem Kreise Soest in Westfalen verbreitete Sorte deutschen Ursprungs. In ihrer Heimat führt sie neben dem Hauptnamen auch die Bezeichnung„Imm-Apfel“ und„Königsapfel“, in Bayern„Goldrenette“, im Illustrierten Handbuch wird noch der Name„Harberts Rambourrenette“ an— gegeben.
Gestalt: Groß bis sehr groß, 8—10 cm breit und hoch, manchmal noch größer. Die Frucht ist regelmäßig gebaut, nach dem Stiel zu breit, nach dem Kelch hin stumpf-kegelförmig zugespitzt.
Kelch: Halboffen, mit ziemlich langen Kelchblättchen, in einer tiefen— im Gegensatz zur Gold- renette von Blenheim— engen Einsenkung, von Rippen, die sich nicht weit über die Frucht erstrecken, umgeben..
Stiel: Dünn und holzig, nicht sehr lang, 1 ½— 2 cm, in einer tiefen und strahlenförmig berosteten Stielhöhle.
Schale: Grünlichgelb, später zitronengelb, sonnenwärts namentlich an der unteren Hälfte streifig-, wenn auch nur zart gerötet. Uber die ganze Frucht sind zahlreiche, deutlich sichtbare Punkte gleich- mäßig verteilt. Rost zeigt sich nur an der Stielhöhle und dieser bildet ein sicheres Erkennungszeichen.
Fleisch: Gelblich, nach der Schale zu etwas dunkler abgetönt, mürbe und saftig, von erfrischen-— dem, angenehm säuerlichem Geschmack.
Kernhaus: Im Verhältnis zur Größe der Frucht sehr klein, fast geschlossen, mitunter etwas hohl- achsig. Die Kammern enthalten wenig, meist unvollkommene Kerne.
Eigenschaften der Frucht.
Die großen Früchte der Harberts Renette bilden im heutigen Obsthandel eine sehr begehrte Handelsware. Da sie selbst am Hochstamm sich gleichmäßig ausbilden und bei der Ernte wenig Ausfall geben, so rechnen die Obstpächter bei Abgabe ihrer Pachtgebote sehr mit dem Vor- handensein vieler Bäume dieser Sorte. Ich kenne Fälle, in denen gerade die Harberts Renetten den Ausschlag für die Verdoppelung der Pachtsumme gaben. Wenn auch der Geschmack vieler anderer Sorten feiner ist, Sso kann man die Harberts Renette doch noch recht gut als Tafelapfel bezeichnen, und als Kuchen- oder Kochapfel ist er sehr gesucht. Die Früchte sind meist ganz glatt, frei von Schorf und sitzen fest am Baum. Man sollte sie nicht zu früh ernten,— am besten Mitte Oktober— dann halten sie sich frisch und straff bis weit ins Frühjahr hinein. Bei langem Lagern verlieren sie allerdings an ihrer Saftfülle. Man soll sie nicht länger als bis zum Februar lagern. Wenn sie einigermaßen sorgsam behandelt werden, vertragen sieé den Versand bis zur Genußreife, ohne Druckflecken zu bekommen.
Ein großer Ubelstand ist es, daß die Früchte in unpassenden Bodenverhältnissen sehr stark stippig und dadurch ungenießbar werden. Häufig kommen diese Stippen, trotzdem die Früchte ganz ohne Fehler in den Aufbewahrungsraum gelangt waren, erst auf dem Lager zum Vorschein, so daß eine wiederholte Sichtung der Lagerbestände vorzunehmen ist. Die stippigen Früchte müßten rechtzeitig, bevor sie von den Flecken ganz durchzogen sind, zum Kochen verwendet werden.
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