Halberstädter Jungfernapfel.
Reifezeit: November bis Februar.
Name und Heimat: Eine Lokalsorte der Halberstädter Gegend, die dort und im Harz sehr viel verbreitet ist. Auch in der Umgebung von Magdeburg, wie überhaupt in der Provinz Sachsen, ist sie sehr häufig anzutreffen. Im Magdeburger Bezirk geht der Halberstädter Jungfernapfel auch unter dem Namen„Ziemerling“, und im Unterharz nennt man ihn„Prinzenapfel“.
Gestalt: Mittelgroß bis groß, fast ebenso hoch wie breit, 70—85 mm, die größtte Breite liegt unterhalb der Mitte der Frucht; nach dem Kelch zu stumpf-kegelförmig. Flache Rippen ziehen sich bis über die halbe Frucht hin. Im Querschnitt und Längsschnitt unregelmäßig geformt.
Kelch: Meist geschlossen, in flacher Einsenkung. Kelchblättchen kurz und fest, aufrecht stehend, grünlich schimmernd.
Stiel- Ziemlich dick und holzig, 15— 20 mm lang, in flacher, selten berosteter Stielhöhle.
Schale: Grünlichgelb, im reifen Zustande goldgelb. Die Sonnenseite ist leuchtend gerötet. In der roten Grundfarbe heben sich dunklere Streifen deutlich ab. Die Frucht ist mit vereinzelten hellen Punkten versehen und bei der Lagerreife mit einem Fetthauch überzogen.
Fleisch: Gelblichweiß, mit grünlichen Adern durchzogen, die das Kernhaus deutlich abgrenzen. Saftig, aber ohne Eigengeschmack, etwas grob.
Kernhaus: Offen und hohlachsig, verhältnismäßig groß; die dunkelbraunen großen Kerne schlottern in den geräumigen Kammern umher und sind in der Regel vollkommen ausgebildet und stumpf zugespitzt.
Eigenschaften der Frucht.
Wer einmal Gelegenheit hatte, zur Zeit der Obsternte an dem Obsterstande einer Obst- anlage den Halberstädter Jungfernapfel in langen Bänken aufgeschichtet zu sehen, dem wird dieser Eindruck niemals wieder verloren gehen. Eine Leuchtkraft geht von seinen Früchten aus, die sich selbst auf weite Entfernung von den übrigen Obstsorten abhebt und die Käufer anlockt. Aus diesem Grunde kann man den Halberstädter Jungfernapfel als einen Marktapfel bezeichnen, der von allen denen gern gekauft wird, die auf äußere Schönheit mehr Gewicht legen als auf inneren Wert und auf besondere Geschmackseigenschaften. Die Frische und der Saftreichtum seines Fleisches läßt ihn bei nicht zu hohen Ansprüchen aber auch noch in die Gruppe der Tafeläpfel einreihen. In erster Linie zählt er nur zu den guten Wirtschaftsäpfeln. Die Frucht ist in den hauptsächlichsten Anbaugebieten der Sorte widerstandsfähig gegen Fusikladium und im Versand unempfindlich. Aus südlicheren Gegenden, wo sie versuchsweise angebaut ist, hört man allerdings vielfach über starken Schorfbefall und ungleichmäßige Entwicklung der Früchte klagen.
In der zweiten Hälfte des September muß der Halberstädter Jungfernapfel geerntet werden. Aber auch bei früherer Ernte wird die Frucht infolge ihres fettigen UÜberzuges, der das sicherste Schutzmittel gegen zu starke Verdunstung des natürlichen Wassergehaltes der Früchte und gegen
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