Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
Einzelbild herunterladen

':;yÿͤ:::QQCQOCO˖CQQQOOj⸗⸗⸗⸗-QQQCQCQCQCQCQCQCQCQCQCQCQCQCQOOQCQQOQꝑCQQO.O.xñe/;-XBKʒ˖ñnñ

Eigenschaften des Baumes.

Die graue franzõsische Renette verlangt zum guten Gedeihen einen tiefgründigen, genügend feuchten Boden, der durch seine Zusammensetzung die Eigenschaft besitzt, auch in trockenen Zeiten Wasservorräte in genügendem Maße aufzuspeichern, ohne an stauender Nässe zu leiden. In solchem Boden entstehen kräftige, gesunde Bäume. Das zeigt uns die Abbildung eines Baumes aus den Freiherrlich von Münchhausenschen Obstanlagen in Sahlis. Man erkennt an diesem Bilde deutlich die Eigenart der Sorte, einzelnen Trieben ein Uebergewicht über die anderen Kronentriebe zu geben, wie dies z. B. auch dem Gravensteiner eigen ist. Im vorgeschrittenen Alter wird die Krone lichter, es bilden sich dann im Innern nicht mehr so viel Verzweigungen. In trockenem Sandboden entwickelt sich die graue französische Renette zu schwach und trägt kleine Früchte. Deshalb sollte man dort von ihrem Anbau absehen. Für rauhe Höhenlage ist sie jedoch noch zu empfehlen, da sie sogar bis zu einer Höhe von 900 m über dem Meeres- spiegel gedeiht. Auch die Luftfeuchtigkeit in waldigen Gegenden scheint ihr besonders zuzusagen. Im Thüringer Walde, im Eichsfeld und auch in den norddeutschen Küstenländern trifft man ihre kräftigen Bäume noch in recht unwirtlichen Gegenden häufig an. Sie trägt regelmäßig und reich. UÜber ihre Widerstandsfähigkeit gehen die Urteile auseinander. Während sie von vielen Seiten als hart und widerstandsfähig bezeichnet wird, heben manche unserer Mitarbeiter ihre Neigung zu Krebskrankheit und ihre Frostempfindlichkeit hervor. Vermutlich wird dies be sonders bei zu feuchtem Untergrund und fehlendem Kalkgehalt des Bodens der Fall sein. Auch als Straßenbaum verdient sie Empfehlung, obwohl der eine Umstand bedenklich ist, daß dort die Früchte in der Regel zu früh abgeerntet werden.

Der Hochstamm und Halbhochstamm sind die einzigen Formen, in denen man die französische Renette anpflanzt. Sie bildet in den Baumschulen leidlich gute Stämme. Ihre Krone ist eine lockere.

Die Blüte beginnt mittelfrüh und ist von ziemlich kurzer Dauer.

Durch die starke Verbreitung, die der Schöne von Boskoop in den letzten Jahren erfahren hat, wird die graue franzöõsische Renette nicht mehr so geschätzt wie früher. Sie wird daher für Neupflanzungen nicht mehr viel verwendet.

Schlechte Eigenschaften.

In trockenem Boden wird die graue franzöõsische Renette rissig und gibt viel Ausfall bei der Ernte, die Früchte fallen zu leicht ab.

In nassem Boden ist sie krebssüchtig und leidet durch Frost.

Die richtige Erntezeit ist schwer zu ermitteln. Pflückt man die Apfel zu früh, so welken sie. Wartet man lange mit der Ernte, so werden die Früchte häufig vom Winde heruntergeworfen.