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Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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London Pepping. Reifezeit: Dezember bis April.

Name und Heimat: Eine sehr alte, englische Sorte, die in England schon um 1600 bekannt war und die auch überall in Deutschland sehr verbreitet ist und geschätzt wird. In England nannte man sie auch wohlFive Crowned Peppin; heute wird sie dort auch nurLondon Pepping genannt. Wegen ihrer kalvillartigen Gestalt führt sie in Deutschland auch die Namengrüner, deutscher, englischer, Werderscher oder Bastard-Kalvill.

Gestalt: Mittelgroß, 5 ½ 71 ½ cm hoch und 7 8 em breit. Der London Pepping hat ausgesprochene Kalvillfform mit 5 deutlich hervortretenden Rippen, die sich bei gut entwickelten Früchten über die ganze Frucht hinziehen und nach dem Stiel zu flach gewölbt sind.

Kelch: Ganz geschlossen, mitunter halboffen, von 5 starken Rippen und dazwischen liegenden Fältchen eingefaßt, in ziemlich tiefer Einsenkung.

Stiel:- In der Regel kurz und dünn, zuweilen aber auch bis 2 cm lang. Die tiefe, grünlich-braune Stielhöhle ist mitunter etwas berostet.

Schale: Glatt und geschmeidig, mit fettigem UÜberzug. Am Baum unansehnlich, grasgrün. Bekommt erst spät, wenn die Frucht aus guter Obstlage stammt, eine gelbe, auch wohl rötliche Farbe, die auf der Sonnenseite in trübes, manchmal auch lebhaftes, verwaschenes Rot übergeht. Zahlreiche weiße Punkte heben sich besonders an der Lichtseite, weniger in der grünen Grundfarbe ab. Im Gegensatz zum Boikenapfel erscheinen die Rippen des London Pepping nach dem Kelch zu häufig braunrot gefärbt.

Fleisch: Grünlichweiß, bei Sonnenfrüchten gelblich, sehr fein und mürbe, etwas fester als beim weißen Winter-Kalvill, saftreich und köstlich gewürzt.

Kernhaus: Sehr groß und weit, hohlachsig, Kernkammern breit und mit gut ausgebildeten, breiten und hellbraunen Kernen ganz gefüllt. Die grüngefärbten Gefäßbündel treten in ihrer breit ovalen Form sehr deutlich hervor.

Eigenschaften der Frucht.

Das Urteil über den London Pepping lautet außerordentlich verschieden, je nach den Ver- hältnissen, unter denen die Früchte gewachsen sind. Man sieht mitunter Früchte, so leuchtend und groß wie der Boikenapfel, Apfel, die dem weißen Winter-Kalvill zum verwechseln ähnlich sind, und dann wieder so kleine, schmutziggrüne, daß man an eine ganz andere Sorte glauben möchte. Im Geschmack sind aber auch die grünen Früchte, die selbst spät auf dem Lager keine gelbe Färbung bekommen, so vorzüglich, daß sie dem Werte des weißen Winter-Kalvill nahe kommen. Der Apfel ist also einer unserer feinsten, leider auch einer der empfindlichsten; er ist vom Schorfpilz oft bis zur Unkenntlichkeit bedeckt. Die Früchte müssen am Baum voll aus- reifen und dürfen nicht spät geerntet werden; sie halten sich dann frisch bis in das späte Früh- jahr hinein. Die dünne Schale ist für Druckflecke beim Versand deshalb nicht sehr empfänglich, weil das Fleisch fest ist. Die Früchte behalten bei richtiger Aufbewahrung ihre Straffheit, ohne zu welken. Die Tragbarkeit des London Pepping ist befriedigend, am dankbarsten erweist er

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