Teil eines Werkes 
Lfg. 1 (1905) - (19XX) Deutschlands Obstsorten. Lfg. 1 (1905) -
Entstehung
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Jakob Lebel.

Reifezeit: Oktober bis Dezember.

Name und Heimat. Nach dem Züchter in Amiens benannt. Nur unter diesem Namen verbreitet.

Gestalt: Groß bis sehr groß, 67 ecm hoch, 8 10 cm breit, mittelbauchig, nach Kelch und Stiel hin gleichmäßig abnehmend. Auf der einen Seite in der Regel höher als auf der anderen. Nach dem Kelch zu mit breiten, aber bald flach verlaufenden Rippen versehen.

Kelch: In ganz flacher Vertiefung, fast oben aufsitzend, von Falten umgeben. Die an der unteren Hälfte grün bleibenden, sehr breiten Kelchblättchen legen sich wagerecht über die Kelchhöhle und schließen diese fast völlig. Sie laufen in langen, bräunlichen Spitzen aus und sind weit zurückgeschlagen.(Unsere Abbildung gibt dies nicht genau wieder.)

Stiel- Kurz und dick, nur zuweilen lang und dünn, bis 1 ½ cm, sehr wechselnd. Stielhöhle unregel- mäßig ausgebuchtet, weit und ziemlich flach, bei manchen Früchten strahlenförmig berostet.

Schale: Dünn, gelblichgrün, später an der Sonnenseite tiefer gelb; auf der Schattenseite schimmert das Grün wolkig durch. Auf der Sonnenseite der Frucht sind in ungleichmäßigen Abständen einzelne längere und kürzere rote Streifen verteilt. Vereinzelt kann man auch etliche Punkte wahrnehmen, während Rostfiguren außer an der Stielhöhle fast ganz fehlen. Auf dem Lager bekommt die Frucht einen auffällig starken Fettüberzug, wie es in gleichem Matze bei fast keiner anderen Sorte bemerkbar ist.

Fleisch: Gelblichweiß, zwischen den Gefäßbündeln und der Schale etwas gelber gefärbt. Die Gefäß- bündel treten durch ihre grüne Färbung sehr scharf hervor. Das Fleisch ist mürbe, saftig, von angenehmer Säure, aber ohne eigentliche Würze.

Kernhaus: Für die Größe der Frucht klein und fast geschlossen. Kerne unvollkommen entwickelt, lang zugespitzt.

Eigenschaften der Frucht.

Trotzdem die Frucht des Jakob Lebel nicht schön gefärbt ist und von ihrer Größe ab- gesehen auch in ihrer Form nicht besticht, wird sie auf dem Markte doch sehr geschätzt und gilt als eine gute Sorte für den Handel. Die Nachfrage nach Jakob Lebel hat von Jahr zu Jahr zu- genommen. Der Apfel hat eben alle Eigenschaften einer guten Wirtschaftsfrucht; er ist ein vorzüg- licher Küchenapfel und erzielt als solcher sehr annehmbare Preise. Dabei ist die Sorte zur Zeit ihrer Genußreife auch roh noch ganz schmackhaft, wodurch sie sich von anderen Massenträgern vorteilhaft auszeichnet. Man begeht nur leicht den Fehler, ihn als eine Wintersorte zu betrachten. Das ist er aber nicht. Im Oktober wird er genießbar, und sobald man ihn nicht über den November hinaus aufbewahrt, wird man nicht enttäuscht sein.

Die Früchte sitzen etwas locker am Baume, der deshalb einen geschützten Standort verlangt. Selbst, wenn schon um die Mitte September geerntet wird, braucht man kein Welken der Früchte zu befürchten. Der starke fettige Ueberzug scheint gegen das Einschrumpfen einen besonderen und ausreichenden Schutz zu bieten. Der Geschmack spät geernteter Früchte ist jedoch feiner. In reichen Obstjahren erzielt man keine hohen Preise für den Jakob Lebel, weil bis November die überall noch vorhandenen großen Aepfelvorräte den Preis herabdrücken.

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