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Stuttgarter Gaishirtle.
Reifezeit: Ende August bis Mitte September.
Name und Heimat:. Nach den Angaben des lllustrierten Handbuches soll die Stuttgarter Gais- hirtenbirne als Sämmlingsstamm in der Umgegend von Stuttgart von einem Ziegenhirten gefunden worden sein. In Süddeutschland und besonders in Württemberg hat sie bald große Verbreitung gefunden. Dort geht sie auch unter dem Namen„Stuttgarter Russelet“. Im Erzgebirge und in Sachsen nennt man sie „Honigbirne“ oder„Zuckerbirne“. Unter diesem Namen werden aber auch andere Sorten geführt. In Baden nennt man sie nach ihrem Verwendungszweck zum Dörren„Hutzelbirne“.
Gestalt. Klein bis mittelgroß, 5 ½— 6 ½ cm lang, 4 ½— 5 cm breit. Nach dem Kelch zu kugel- förmig abgerundet, nach dem Stiel hin stark abnehmend, mit deutlicher Einschnürung, von regelmäßiger, glockenförmiger Gestalt.
Kelch: Sternförmig, offen, mit lang zugespitzten Kelchblättchen, in flacher Einsenkung.
Stiel: Dick, 2 ½— 3 cm lang, fast oben aufsitzend, wie eingesenkt, von einer Fleischwulst umgeben.
Schale: Sehr zart, von schmutziggrüner Grundfarbe, die bei zunehmender Reife heller wird. Die Sonnenseite mit dunkeltrübroten, zahlreichen Punkten so dicht besetzt, daß sie eine braunrote Farbe er— hält. Um den Kelch fast immer kreisförmig berostet.
Fleisch: Grünlichweiß, unter der Schale direkt grünlich. Etwas körnig, sehr saftreich und von feinwürzigem Geschmack.
Kernhaus: Groß, von gelblichen Körnchen abgegrenzt. Die flachen, breitgedrückten, dunkel- braunen Kerne sind meist unvollkommen und selten keimfähig.
Eigenschaften der Frucht.
Was die Petersbirne für Sachsen und für das Erzgebirge bedeutet, das ist die Stuttgarter Gaishirtenbirne für den Süden unseres Vaterlandes: eine hochgeschätzte Sommerfrucht, die in- folge ihres würzigen Wohlgeschmackes bei jedermann beliebt und dort in jedem Obstgarten anzutreffen ist. Sie hat sich, ohne daß sie durch ihr Aeußeres irgendwie bestäche, lediglich durch ihren Wohlgeschmack ihren guten Ruf und ihre große Nachfrage erobert. Von Konserven- fabriken wird sie viel verlangt, und nicht minder eignet sie sich, wie dies auch die in Baden gebräuchliche Bezeichnung andeutet, zum Dörren. Die Gaishirtle ist infolge ihrer feinen, zarten Schale beim Versand empfindlich. Sie muß, um gegen das Verderben auf der Reise bewahrt
G zu bleiben, vor der Reife versandt werden, sonst verliert die Birne an ihrem Wohlgeschmack und zwar in dem Maße, je länger vor der Reife sie vom Baum genommen wird. Sie hält sich 8 nur 8— 14 Tage auf dem Lager. Die süddeutschen Märkte setzen große Mengen dieser Sorte zu den für Frühbirnen üblichen hohen Preisen um.
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