Edelcrassane.
Reifezeit: Januar bis März.
Name und Heimat:. Der Baumschulenbesitzer Boisbunel in Rouen brachte die Edelcrassane im Jahre 1855 in den Handel. Außer diesem Namen führt sie noch den Namen„Passe Crassane“.
Gestalt.: Groß bis sehr groß, 7—9 cm hoch und fast ebenso breit, von plattrunder bis rundlicher Bergamottenform.
Kelch:- Offen oder halboffen, in ziemlich weiter, flacher, von breiten Rippen eingefaßter Ein- senkung. Die Kelchblättchen sind hornartig, aufrecht und zugespitzt.
Stiel: Dick und holzig, 3—4 cm lang, nach dem Fruchtkuchen zu keulenartig verdickt, in einer tiefen, mit Beulen umgebenen Stielhöhle.
Schale: Anfangs graugrün, später grünlichgelb, in der Grundfarbe mit vielen, feinen Punkten und Rostflecken dicht bedeckt. Die Frucht fühlt sich dadurch rauh an. Vom Stiel aus läuft der Rost strahlen- förmig über die Frucht.
Fleisch: Gelblich, nicht ganz so tief gefärbt wie auf dem Durchschnitt der farbigen Abbildung, schmelzend und saftreich, von weinsäuerlichem Geschmack. In den meisten Jahren ums Kernhaus herum ziemlich steinig.
Kernhaus: Meist geschlossen, mitunter etwas hohlachsig. Kernkammern von den schwarzbraunen Kernen meist vollständig ausgefüllt.
Eigenschaften der Frucht.
Als eine spät reifende, bis zum späten Frühjahr haltbare und ansehnlich große Winter- birne fand die Edelcrassane nach ihrer Bekanntgabe große Beachtung. Wie weit sie in ihrem Heimatlande verbreitet ist, entzieht sich unserer Beurteilung. Auf allen in Deutschland veran- stalteten, internationalen Obstausstellungen hatte man indessen Gelegenheit ihre herrlichen Früchte zu bewundern. Vor allem erregte sie auf der Düsseldorfer Ausstellung im Herbst 1905 durch ihre Größe(das Stück bis 950 gr) und durch die mittels Papierumhüllungen gebleichte zarte Schale größtes Aufsehen. In Deutschland ist ihr Anbau nicht sehr verbreitet. In den bedeutenden Spalierobstzüchtereien am Niederrhein, im Rheingau, Frankfurt a. M. und zum Teil auch in Süd- Deutschland wetteifert sie mit der Winter Dechantsbirne um die Vorherrschaft.
In allen übrigen Teilen Deutschlands trifft man sie meist nur vereinzelt als Liebhabersorte an. Die Erwerbsobstzüchter haben sehr bald herausgefunden, daß zur Erzielung schönster Schau- früchte unser deutsches Klima für diese Sorte nicht ausreicht, und daß andere Sorten einen höheren Gewinn abwerfen.
Die Früchte müssen, um schmelzend zu sein, sehr spät vom Baume genommen werden. Da sie nur am Spalier gezogen werden können, so kommt das Festhängen bei Winden nicht in Betracht. Bei dem Versand ist sie unempfindlich. Die Frucht welkt leicht auf dem Lager. Die Nachfrage nach der Edelcrassane ist nicht groß.
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