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Marie Luise.
Reifezeit: Ende September bis Mitte November.
Name und Heimat: Marie Luise wurde von Duquesne im Jahre 1809 in Mons aus Samen ge-— zogen und erhielt zum Unterschied von anderen Sorten gleichen Namens den Namen des Züchters bei- gefügt. Als Humboldts Butterbirne wird sie vereinzelt auch geführt. Außerdem findet man für sie noch die Bezeichnung Prinzessin von Parma.
Gestalt. Mittelgroß bis groß, 63—70 mm breit, 90— 105 mm lang, verschieden geformt, bald länglich, bald kegelförmig, bald eiförmig oder auch birnförmig, meist oben und unten abgeflacht.
Kelch: Offen, in flacher Einsenkung, Kelchblättchen lang und braun gefärbt.
Stiel- Ziemlich dick, 35— 45 mm lang, fast oben aufsitzend, durch eine Fleischwulst etwas zur Seite gedrückt.
Schale: Weißlich grün, später zitronengelb, ohne Röte. Zahlreiche unregelmäßige Rostfiguren überziehen die Frucht derartig, daß sie, im kälteren Klima gezogen, fast ganz berostet erscheint und sich etwas rauh anfühlt.
Fleisch: Weiß und zart, vollständig schmelzend, von köstlichem, weinsäuerlichem Geschmack.
Kernhaus: Klein und geschlossen mit engen Kammern, die meist unvollkommene, schwarze Kerne enthalten.
Eigenschaften der Frucht.
Marie Luise ist eine in Liebhaberkreisen hochgeschätzte Birne, die sich durch ihr köstliches Aroma, durch ihren würzigen Saft leicht allgemeine Beliebtheit erworben hat. In ihrem Außeren hat sie nichts bestechendes; ihre grau berostete Schale erinnert an die graue Herbst-Butterbirne, mit der sie bei flüchtiger Beobachtung auch wohl verwechselt werden kann. Sonnig hängende Früchte bekommen allerdings durch den freundlich durchscheinenden gelben Grundton ein vor-— nehmes Aussehen. Die Früchte sind meist gleichmäßig ausgebildet und lassen sich, wenn sie frühzeitig gepflückt sind, gut versenden. Die beste Pflückzeit ist bei Beginn der Baumreife, Mitte bis Ende September. Es wird an vielen Stellen über das Befallen der Früchte mit Fusi- kladium geklagt. Am Rhein hat man auch ein Fleckigwerden, ähnlich wie die Stippen bei den Aepfeln, beobachtet. Ein vorzeitiges Abfallen der Früchte durch den Wind ist nicht zu befürchten, denn sie hängen fest an den dünnen Fruchtruten. Die Haltbarkeit der Früchte währt nicht lange. Die in Norddeutschland gewachsenen Früchte halten sich länger, als die süddeutschen. Man findet sie dort bis Ende November schön erhalten. Sie verliert aber durch das lange Lagern an ihrer Feinheit. Die Reife fällt mit so vielen anderen, guten Sörten zusammen, daß die Marie Luise z. B. neben Bosc's Flaschenbirne entbehrt werden kann. Auch sie wird vornehmlich auf Lieb- habergärten beschränkt bleiben.
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