Grüne Sommer-Magdalene.
Reifezeit: Mitte bis Ende Juli.
Name und Heimat: Die grüne Sommermagdalene ist eine altbekannte Sorte, deren Ursprung jedoch nicht festzustellen ist. In Sachsen, Rheinhessen und im Rheinland geht sie unter dem Namen grüne Margaretenbirne oder schlechtweg Margaretenbirne. In Bayern nennt man sie Glas- birne, in Belgien und Frankreich: Citron des Carmes, in Baden trägt sie die Bezeichnung Amedutte, und daneben kommen noch die Namen Weinbirne, Heubirne, Erntebirne, grüne Jakobibirne vor.
Gestalt: Klein, 5—7 cm lang und 3—5 em breit, in der Regel eirund, mitunter birnförmig, die Form wechselt sehr. Nach dem Stiel zu verjüngt sich die Frucht, während sie nach dem Kelch zu ab- gerundet ist.
Kelch: Offen. Die großen Kelchblätter sind mit einem grünlichen, wolligen Anflug versehen und sitzen in einer flachen, mit Falten umgebenen Einsenkung.
Stiel: Sonnenwärts braun, an der Schattenseite grün, 3— 3 ½ cm lang, mit kleinen Fleischwulsten versehen, fast oben aufsitzend, zuweilen in flacher Vertiefung und dann meist etwas seitlich gebogen.
Schale: Anfangs dunkelgrün, später hellgrün bis grünlich gelb, oft mit vielen kleinen rostfarbigen Punkten übersät, die den Anschein eines bräunlichen Ueberzuges geben, oft aber ohne jegliche Punktierung.
Fleisch: Grünlichweiß, fast schmelzend; saftig und angenehm gewürzt, mit deutlich wahrnehmbarem Duft.
Kernhaus: Hohlachsig und klein, mit engen Kammern und kleinen, unvollkommenen, bräunlichen Kernen gefüllt.
Im Querschnitt hebt sich das Kernhaus durch einen grünlichen, bei voller Reife gelblichen Schimmer von dem Fleische ab.
Eigenschaften der Frucht.
Man kann die grüne Sommermagdalene die früheste der Frühbirnen nennen. Die Frühreife ist es auch, welche ihr sowohl im Süden als im Norden, im Osten wie im Westen Deutschlands Verbreitung und gute Abnehmer verschafft. Ihre kleine, unansehnliche Frucht würde auf dem Markte kaum Beachtung finden, wenn sie nicht zu einer Zeit zum Verkauf gelangte, in der es noch keine anderen deutschen Birnen gibt. In einzelnen Gegenden sind die Früchte ziemlich stark punktiert, während sie in der Regel eine einfarbige, grüne Schale zeigen. Ihr Wert als Tafelfrucht ist auch nur durch ihre Frühreife begründet, denn ihr Geschmack ist nicht gerade sehr fein. Zum Einmachen ist sie nicht geeignet. Die grüne Sommermagdalene muss recht- zeitig verkauft werden, weil ihre Haltbarkeit sehr kurz ist, und ihre Früchte schnell faulen. Bei anderen Frühbirnen sucht man die Haltbarkeit der Früchte dadurch zu verlängern, daß man sie 8— 14 Tage vor der Reife pflückt. Die Sommermagdalene ist dagegen sehr empfindlich; sobald die Ernte zu früh stattfindet, welken die Birnen und verlieren ihr Aroma. In der Regel werden sie Ende Juli oder Anfang August gepflückt. Im richtigen Zeitpunkt vertragen sie den Versand gut; sie werden aber selten auf weite Entfernungen verfrachtet, sondern finden immer in den benach- barten Städten leichten Absatz. Die Preise sind für die kleinen Früchte sehr hoch. In der Regel wird ein Durchschnittspreis von 12— 15 Mark erzielt, aber es werden mitunter sogar bis zu 25 Mark für 50 kg gezahlt.
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